Agrardebatte

zu Welternährung und globaler Landwirtschaft

Durchsuche Beiträge mit Schlagwörtern Pestizide

Das Verhältnis zwischen agrochemischer Industrie, landwirtschaftlichen Produzenten und Verbrauchern wirft nicht nur ein Schlaglicht auf den Zustand unserer Landwirtschaft, sondern auch auf den unserer Demokratie. Das lässt sich anhand des Streits um die weitere Genehmigung des Wirkstoffs Glyphosat, auch Bestandteil des Breitband-Unkrautvernichtungsmittels »Roundup«, zeigen, von dem bereits vor fünf Jahren bei einem Jahresumsatz von knapp 4 Milliarden US-Dollar etwa 610.000 Tonnen weltweit eingesetzt wurden.

In Mexiko werden pro Hektar 16mal so viele Insektizide versprüht wie in Deutschland. Das Pesticide Action Network (PAN) veröffentlicht in regelmäßigen Abständen eine globale Liste hochgefährlicher Pestizide und fordert, diese aus dem Verkehr zu ziehen. Die Einstufung als »hochgefährlich« basiert auf den offiziellen Einschätzungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und anderer Institutionen. Bayer Cropscience und BASF beherrschen rund 30 Prozent des globalen Pestizidmarktes und haben Niederlassungen in Mexiko. Dort vertreiben sie 80 Pflanzenschutzmittel, die in die Kategorie »hochgefährlich« fallen. Fünf von ihnen sind in der EU verboten. Es stellt sich die Frage, warum solche Mittel in Ländern wie Mexiko zur Anwendung kommen, obwohl die dortigen Bedingungen für den Schutz von Mensch und der Umwelt schlechter sind als in Europa.