Agrardebatte

zu Welternährung und globaler Landwirtschaft

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Am Beispiel von Reis lassen sich wie in einem Brennglas viele Aspekte der Auseinandersetzungen um landwirtschaftliche Entwicklungsstrategien, Land- und Wassernutzung, nationale und internationale Agrarpolitik, Ernährungsgewohnheiten und Ernährungssicherung veranschaulichen. Deshalb werden in diesem SPECIAL in den kommenden Monaten entsprechende Nachrichten, Blogbeiträge, Hinweise auf Literatur und Akteure zusammengestellt.

Weltbank: Was gut ist für das Agrobusiness ….; Nahrungsmittelspekulation „auf dem Rückzug“?; Urbanisierung und die Landfrage in China; Menschenhandel in Thailands Fischindustrie; Versorger hintertreiben Rekommunalisierung; Transparenz-Übung durch ‚Land Matrix‘; u.a.m.

BRICS-Gipfel in Südafrika; Lebensmittelindustrie: Verlust und Verschwendung; Wer bringt Afrikas Landwirtschaft voran?; Wasserpolitik: ‚Notverkäufe‘ des Tafelsilbers; Sponsorengeld für Gentech-Mais und -Weizen; Agrarkooperation Afrika-Brasilien-China; Experiment mit individuellen Landtiteln in China; u.a.m.

Die Angst vor »Brotrevolten« (Food Riots), die in den Jahren 2007/2008 die Welt erschütterten, scheint verflogen. Im Jahr 2009 reduzierten sich die Weltmarktpreise für Nahrungsmittel auf das Durchschnittsniveau von 2007, aber seit 2011 liegen sie sogar über dem Wert von 2008. Doch wo bleiben die massiven Proteste?
Während es keinen Zweifel darüber gibt, dass die Preisexplosion vor rund fünf Jahren zu den globalen „Brotrevolten“ führte, gehen die Meinungen über die Ursachen für die Preisexplosion weit auseinander. Angela Merkel verkündete im April 2008 öffentlich, dass die Menschen in Indien daran Schuld seien, denn dort nähmen neuerdings 300 Millionen Menschen eine zweite Mahlzeit am Tag ein.
Hier wird gezeigt, dass die Spekulation an den Rohstoffbörsen wesentlichen Anteil daran hat.

Im Jahr 2001 zwangen Geberländer und Internationaler Währungsfonds Malawi, das Subventionsprogramm für Saatgut und mineralischen Dünger drastisch zurückzufahren und die strategische Getreidereserve zu verkaufen. Verschärft durch erratische Regenfällen führte das im Jahr 2002 zu einer Hungerkatastrophe, die sich im Jahr 2005 wiederholte. Als die malawische Regierung internationalen Ratschlägen zum Trotz die subventionierten Startpakete wieder einführte, verdoppelte sich die Maisernte in Jahresfrist. Doch wie nachhaltig ist diese „kleine grüne Revolution“ und was wären die Alternativen?

Am Dienstag, dem zweiten Tag der Suche nach der Ernährungssicherheit für Senegal, geht es unter anderem um die Auswirkungen des Klimawandels im Sahel und um Ansätze, durch Aufforstung, Zugang zu Wasser und Absicherung von Landnutzungsrechten landwirtschaftliche Entwicklungsperspektiven aufzuzeigen.

Im Juni fand erstmals ein Treffen der Agrarminister der G20, der Gruppe der wichtigsten Industrie- und Schwellenländer statt. Zahlreiche Fragen, wie die problematische Ernährungssituation verbessert werden könnte, wurden angesprochen, wie Sophia Murphy om Institute for Agriculture and Trade Policy berichtet, Entscheidungen jedoch vertagt.

Als José Graziano da Silva vergangenen Juni zum neuen FAO-Chef gewählt wurde, gab es selbst von der Entwicklungshilfeorganisation Oxfam Vorschusslorbeeren. Denn der 61-jährige Brasilianer gilt als erfolgreicher Kämpfer gegen den Hunger in der Welt. Ein Gastbeitrag von Norbert Suchanek

Stolz verkündete die Weltbank vor drei Wochen, dass sie einen neuen Weg gefunden habe, „wie sich Bauern, Nahrungsmittelerzeuger und Verbraucher selbst gegen die Preisschwankungen für Nahrungsmittel schützen können“. Das macht neugierig. Ein Kommentar von Uwe Hoering

Während Nahrungsmittelpreise auf Rekordhöhe zum Aufstand in Nordafrika und in anderen Regionen beigetragen haben, hat das unerschütterliche Vertrauen der Weltbank in die Märkte eine Diskussion ausgelöst, wie die vielfältigen Ursachen, die der globalen Krise der Nahrungspreise zugrunde liegen, am Besten angegangen werden sollten. Ein Gastbeitrag auf globe-spotting.de von Ama Marston (Bretton Woods Project)