Agrardebatte

zu Welternährung und globaler Landwirtschaft

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von Uwe Hoering, Oktober 2015:

Die Meldung machte zwar keine großen Schlagzeilen, aber sie wirft ein Schlaglicht auf die internationale Agrar- und Ernährungspolitik: Mitte Oktober, passend zum Welternährungstag, meldeten unter anderem The Guardian: „The Ethiopian government is calling for international assistance to help feed 8.2 million people after erratic rains devastated crop yields.“ Deshalb möchte sie noch in diesem Jahr knapp 600 Millionen US-Dollar an Hilfsgeldern haben.

Steigbügelhalter für Geschäfte mit Düngemitteln; Landwirtschaft und Urbanisierung; Mit ‚Social Engineering‚ zu höherem Gewinn; Zivilgesellschaft und nachhaltige Landwirtschaft in China; Koalition gegen Nachernteverluste; Agrarenergie-Projekt in Senegal auf der Kippe; Welternährungstag setzt auf soziale Sicherheit; Werbung für Gentechnologie mit Miss Uganda; Green Growth in Fisheries and Aquaculture; u.a.m.

Ohne Zugang zu Land keine Ernährungssouveränität; EU-Parlament warnt vor Landkonzentration in Europa; Günstige Prognose für die Saatgutindustrie; Räder sollen rollen für Chinas Fleischindustrie; How to advance food sovereignty; Stichwort: System of Rice Intensification; Agricultural commercialisation in regional contexts; „Nachhaltige Intensivierung“ verspricht zu viel; Gullydeckel für die vergessenen Wasser-Helden; u.a.

Entwicklungshilfe für Landwirtschaft und Ernährung sinkt wieder; ‚Working Poor‘ auf Plantagen; Global Bioeconomy Summit 2015; Chinas Fischerei-Flotte im Einsatz vor Westafrikas Küste; ‚Beschleunigtes Verfahren‘ bei Mosambiks ProSavana-Projekt; Agriculture and Climate Change in Transition Economies; China’s ‚South-North Water Transfer Project‘; Conflicts and governance in Chile’s water market; u.a.m.

Seit die ‚New Alliance for Food Security and Nutrition‚ 2012 von US-Präsident Barack Obama in Washington beim Treffen der G8 vorgestellt wurde, gibt es daran heftige Kritik. Sowohl entwicklungspolitische Organisationen als auch Bauernorganisationen in Afrika sehen darin lediglich einen Vorwand, um den Konzernen aus Agrar- und Ernährungsindustrie Marktzugänge und Investitionsmöglichkeiten zu erschließen. Die Broschüre „Ernährung für alle oder Profit für wenige?“, herausgegeben von Brot für die Welt, untersucht die Kooperationsvereinbarungen, die mit Regierungen und Unternehmen abgeschlossen wurden, und die wie ein Treibsatz die vielfältigen anderen Bestrebungen verstärken, eine agroindustrielle Modernisierung in Afrika voranzutreiben.

Im Vorfeld des diesjährigen Gipfeltreffens der Regierungen der USA, Großbritanniens, Japans, Frankreichs, Kanadas, Deutschlands und Italiens in Oberbayern Anfang Juni sind ein Reihe von Publikationen erschienen, die sich mit der Politik dieser G7 im Agrar- und Ernährungsbereich kritisch auseinandersetzen, besonders mit der New Alliance for Food Security and Nutrition (aka G8NA).

Die Verabschiedung der freiwilligen Leitlinien der FAO (Voluntary Guidelines on the Responsible Governance of Land, Fisheries and Forests in the Context of National Food Security) im Jahr 2012 wird als großer Erfolg betrachtet. Doch Landgrabbing erschöpft sich nicht mit Kauf oder Pacht großer Landflächen. In Afrika gibt es subtilere Formen von Landgrabbing, insbesondere durch das dort geförderte Modell agrarindustrieller Produktion.

Wasser: ‚Erst kommt die Ernährung, dann die Industrie‘; Land grabbing and political reactions ‚from below‘; Neuer Beirat für die Reform der Ernährungssysteme; Selbsternannte Global Ocean Commission feiert sich; Global Pastoralist Knowledge Hub; Kurzanleitung der Weltbank, um Hunger und Armut zu beenden; EU-Handelsabkommen mit Afrika im Schatten von TTIP; Die Fischindustrie als „Männerclub“; u.a.m.

‚Neue Allianz‘ strukturiert Afrikas Landwirtschaft um; Agrarreformen in Asien gegen die bäuerliche Landwirtschaft; ‚Big Spender‘ fördern Finanzialisierung der Wasserversorgung; Food Sovereignty: convergence and contradictions; „Treat development like a business„; Saatgutkontrolle in Nord und Süd; China: Developing the meat grab; Aktionen gegen Landgrabs in Afrika und Asien; u.a.m.

Land- und Agrarreformen müssen zurück auf die Tagesordnung

von Uwe Hoering, April 2015.

Alle wollen die bäuerliche Landwirtschaft – von FAO über Europäische Union und Weltbank bis hin zur New Alliance für Food Security und Nutrition. Doch die Erfüllung der Hoffnungen vieler entwicklungs- und zivilgesellschaftlicher Organisationen, dass sich diese Bekenntnisse nun auch in ihrer wirkungsvollen Förderung niederschlagen mögen, hängt von einer zentralen Frage ab: Der Umverteilung von Land.