Agrardebatte

zu Welternährung und globaler Landwirtschaft

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Die heftigen Preisausschläge für Grundnahrungsmittel wie Getreide, die momentan wieder Schlagzeilen machen, haben dazu geführt, dass Regierungen, NGOs, Gewerkschaften und Agrarinstitutionen im Namen der Ernährungssicherheit fordern, die Spekulation mit Agrarprodukten zu regulieren. Das Thema wird auch beim G20-Treffen von Industrie- und Schwellenländern im November in Seoul auf der Tagesordnung stehen. Eine Bestandsaufnahme

Jetzt haben wir es sozusagen aus berufenem Munde: Das Ausmaß von „Land grabbing“ ist anscheinend weitaus größer als bislang vermutet. Allein im Jahr 2009 fanden Verhandlungen und Vereinbarungen mit privaten Investoren über 45 Millionen Hektar Land statt, mehr als 70 Prozent davon in Afrika. Das jedenfalls steht im Bericht der Weltbank über das „steigende globale Interesse an Agrarland“. Ein Kommentar zum Weltbank-Bericht Rising Global Interest in Farmland.

Anfang September wird in Ghanas Hauptstadt Accra enthüllt werden, wie nicht nur der Hunger in Afrika, sondern die Ernährungskrise überhaupt beendet werden soll: Mit der „Brotkorb-Strategie“ will die Allianz für eine Grüne Revolution in Afrika (AGRA) einen Durchbruch bei der landwirtschaftlichen Produktion bringen. Afrikas Kleinbauern werden danach nicht nur den Kontinent ernähren, sondern auch noch Reis exportieren können. Ein Kommentar von Uwe Hoering

Der Parlamentarische Staatssekretär im Landwirtschaftsministerium, Gerd Müller, sorgt sich qua Amt nicht nur um die Ernährung der deutschen Verbraucher, sondern auch um das Wohlergehen der Chinesen – und um die heimische Milchwirtschaft, um Tierzüchter und Anlagenbauer. Angesichts des boomenden chinesischen Marktes würden sich für die „hochwertige“ und „sichere“ deutsche Milch große Chancen eröffnen. In der Tat expandieren in China Nachfrage, industrielle Tierhaltung und in- und ausländische Konzerne.

Ja, zu viel Handel macht Hunger! Also ein Handel, der nicht den Schutz der kleinbäuerlichen Grundnahrungsmittelproduktion und den Aufbau einer verarbeitenden Lebensmittelindustrie erlaubt.  Das Handelsunternehmen Töpfer International sieht das anders. „Nein, im Gegenteil!“ Der Reismarkt in der ersten Jahreshälfte 2008 sei ein Paradebeispiel dafür, wie zu wenig Handel Hunger verursache. So ging es hin und her im Streitgespräch über Welternährung und die Rolle des Agrarhandels bei der Bekämpfung des Hungers mit Klaus-Dieter Schumacher von Töpfer-International.

Gammelfleisch, Käfighaltung, Vogel- und Schweinegrippe bringen die industrielle Fleischerzeugung immer wieder in die Schlagzeilen. Weitgehend unbemerkt von der Öffentlichkeit blieb dagegen der Transformations- und Konzentrationsprozess, den die Industrie in den vergangenen Jahren vollzogen hat. Einige wenige Unternehmen kontrollieren inzwischen die gesamte Produktions- und Wertschöpfungskette. Mit dieser Entwicklung und ihren vielfältigen negativen Auswirkungen auf Gesundheit von Mensch und Tier, auf die natürliche Umwelt und die bäuerliche Landwirtschaft wird sich das globe-spotting-SPECIAL „Ware Fleisch“ in den kommenden Monaten beschäftigen.