Agrardebatte

zu Welternährung und globaler Landwirtschaft

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Der Begriff ‚Land Grabbing‘ hat die Diskussion über die Problematik ausländischer Agrarinvestitionen angeheizt. Im Gespräch mit Uwe Hoering geht Nele Heiland vom Geographischen Institut der Humboldt-Universität in Berlin den Ursachen und Auswirkungen nach, wobei insbesondere die Entwicklungen in Äthiopien im Zentrum stehen.

Im Vorprogramm des G8-Gipfels in Camp David hat Präsident Barack Obama am 18. Mai eine ‚Neue Allianz für Ernährungssicherheit‘ vorgestellt, bei der die Privatwirtschaft helfen soll, dass Afrikas ärmste Bauern und Bäuerinnen sich selbst versorgen können. Manche Beobachter halten diese Initiative für einen Schritt in die richtige Richtung. Das Gegenteil ist der Fall.

Den Ansätzen für eine „andere“ Landwirtschaft, wie sie beispielsweise der Weltagrarrat vorgeschlägt, wird durch die von multilateralen Institutionen, US-amerikanischen Stiftungen und zahlreichen, auch europäischen Regierungen verfolgte Agrarstrategie der Boden entzogen: Sie setzen auf eine vorrangig auf externen Inputs beruhende Erzeugung agrarischer Massenprodukte und auf die Einbindung in den globalen Wettbewerbsmarkt. Dabei bereiten sie für die Agrarindustrie und die globalen Supermarktketten neue Märkte auf. Diese bestimmen zunehmend, wie Nahrungsmittel erzeugt, verarbeitet und vermarktet werden. Ein Beitrag aus: Petra Gruber (Hrsg.), Wie wir überleben! Ernährung und Energie in Zeiten des Klimawandels.

Das Buch „Agrar-Kolonialismus in Afrika. Eine andere Landwirtschaft ist möglich“ von Uwe Hoering, erschienen 2007 im VSA-Verlag, Hamburg, ist jetzt als pdf-Datei (0,9 MB) erhältlich.

Wachsender Fleischkonsum zeigt den zunehmenden Wohlstand in China, doch die ländlichen Familienbetriebe profitieren davon kaum: ihre kleinbäuerliche Tierhaltung wird zunehmend durch industrielle Fleischproduktion verdrängt, das Futter wird überwiegend importiert, zum Beispiel als Gensoja aus Brasilien.

Zum Jahreswechsel gehören die Rückblicke auf Ereignisse des vergangenen Jahres, die für wichtig erachtet werden, und der Versuch, vorausschauend mögliche Ereignisse und Entwicklungen zu benennen. Wie sieht das für die Globe-spotting-Themen aus?

Beim Nyéléni-Forum, das Mitte August in Österreich stattfand, wurde eine europäische Bewegung für Ernährungssouveränität angestoßen, berichtet Berit Thomsen von der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) in ihrem Gastbeitrag.

Trotz seines Aufstiegs zur globalen Wirtschaftsmacht ist China nach wie vor auch noch ein Agrarland. Dank einer erfolgreichen landwirtschaftlichen Entwicklung in den vergangenen drei Jahrzehnten kann das Land seine inzwischen 1,3 Milliarden Einwohner weitgehend selbst ernähren, gleichzeitig steigen die Agrarexporte und das Auslandsengagement chinesischer Agrarunternehmen. Diese unbekannte Seite von Chinas Entwicklung und ihre Probleme und Auswirkungen behandelt die neue Broschüre „Landwirtschaft in China: Zwischen Selbstversorgung und Weltmarktintegration“.

Die aktuellen Auseinandersetzungen um die Einführung gentechnisch veränderter Auberginen (Bt-brinjal) haben ihren Vorläufer in der Kampagne gegen die Einführung von Bt-Baumwolle durch den US-amerikanischen Konzern Monsanto Ende der 1990er Jahre, die gleichzeitig eine wichtige Mobilisierung gegen neoliberal inspirierte Modernisierungsstrategien im Agrarbereich war. Ihre Massenbasis hatte sie durch Karnataka Raiya Ryota Sangh, KRSS, eine der sogenannten „neuen Bauernbewegungen“.

Die steigende Zahl von Investitionsvorhaben in den Anbau von Nahrungsmitteln ist lediglich ein aktuelles Symptom für den Umbruch der globalen Landwirtschaft, der sich seit einigen Jahren vollzieht. Für die bäuerliche Landwirtschaft stellt sie eine weitere existenzbedrohende Herausforderung dar. Ihr zu begegnen ist deshalb eine zentrale politische Aufgabe – nicht zuletzt auch in den Industrieländern. Ein Beitrag für Blätter für deutsche und internationale Politik 9’09. Jetzt als Download (pdf-Datei 620 kb)