Agrardebatte

zu Welternährung und globaler Landwirtschaft

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November 2013: Ende Oktober wurde eine Studie über Zertifizierungssysteme für Kaffee, Kakao und Baumwolle vorgestellt, die die Industrie-Stiftung SUSTAINEO in Auftrag gegeben hatte. Sie bestätigt, dass dadurch die wirtschaftlichen und sozialen Bedingungen für die Mehrheit der Kleinbauern kaum verbessert werden. Gleichzeitig bietet sie einen guten Einblick in die Denke der beteiligten Konzerne.

Kürzlich erschien das Buch »Die grüne Matrix. Naturschutz und Welternährung am Scheideweg.« Die Tageszeitung junge Welt veröffentlichte eine unter Weglassung von Fußnoten und Literaturhinweisen gekürzte Fassung des Abschnitts »Agrarökologie – Definitionen, Kontext und Potentiale«.
Die »Scharnierfunktion« der Agrarökologie zwischen Natur- und Gesellschaftswissenschaft existierte nicht von Anbeginn. Als der Begriff im Jahr 1928 von dem sowjetischen Agronomen B.M. Bensin geprägt wurde, war damit ausschließlich Biologisches gemeint – das Zusammenleben von Organismen auf landwirtschaftlichen Nutzflächen. Heute definieren renommierte AutorInnen diese Wissenschaftsdisziplin als »integrative Erforschung der Ökologie des gesamten Nahrungsmittelsystems, einschließlich seiner ökologischen, ökonomischen und sozialen Dimensionen« (Francis und Mitautoren 2003).

Opportunity Africa„; Agrarindustrie und Familienbetriebe in Brasilien; Die Weltbank und Großstaudämme – Déjà-vu; Afrikas Landwirtschaft im Umbruch; Gemeinsamkeiten von Naturschutz und ‚Land grab‘; Partnerschaft für Wachstum der Aquakultur; 2014: International Year for Family Farming; US-Exportförderung für Afrika auf dem Prüfstand; Familienbetriebe in der Landwirtschaft; u.a.m.

Das Ernährungssicherungs-Gesetz in Indien
von Uwe Hoering, Oktober 2013

Das Recht auf Ernährung ist, so scheint es, mittlerweile allgemein anerkannt. Jetzt kommt es darauf an, den Anspruch auf Zugang zu ausreichender Nahrung auch umzusetzen. Das Ernährungssicherungs-Gesetz (National Food Security Bill), das Anfang September vom indischen Parlament verabschiedet wurde, könnte ein Meilenstein dafür sein. Und es könnte den Widerspruch zwischen überquellenden Vorratslagern und Getreideexporten auf der einen Seite, verbreitetem Hunger auf der anderen lösen. Doch die Chancen dafür stehen schlecht.

„Es ist traurig, dass so viele junge Leute die ländlichen Regionen verlassen haben“, bedauert James Mutebi von der Caritas Kampala. Man trifft sie überall in der quirligen, aus allen Nähten platzenden Hauptstadt. An jeder Straßenecke steht ein Pulk von Motorradfahrern, die auf Kunden warten. Die Zahl dieser Boda-Boda-Fahrer ist groß, die Konkurrenz riesig. Viele müssen sich ein Motorrad mieten, vom Verdienst bleibt dann oft nur wenig übrig. Benedict Kalungi kann sie denn auch nur bedauern. „Wenn man es richtig macht, kann man von der Landwirtschaft sehr viel besser leben“, sagt er. Er hat seine eigene kleine Farm, mit Obstbäumen, Kochbananen, Gemüse, Heilkräutern und Gewürzen, auch etwas Kleinvieh. „Wir sind es doch, die die Menschen in den Städten ernähren“, verkündet er stolz. Eine Reportage aus Uganda von Uwe Hoering.

von Uwe Hoering, September 2013

Das Konzept der Ernährungssouveränität hat sich als wirkungsvolle Kritik an der kapitalistischen industriellen Landwirtschaft und als Gegenentwurf für eine landwirtschaftliche und ländliche Entwicklung, die an der Stärkung der bäuerlichen Landwirtschaft ansetzt, etabliert. Bei einer internationalen Konferenz Mitte September an der Yale University soll es einem „kritischen Dialog“ unterzogen werden. Provokanter Einstieg in die Diskussion ist der Beitrag „Food Sovereignty: A skeptical view“ von Henry Bernstein, der sich mit dem Konzept „as a political project and campaign, an alternative, a social movement, and an analytical framework“ auseinandersetzt.

Reis für Afrika; Weltbank-Rezept für Wohlstand für alle in Afrika; Auftakt für Erklärung kleinbäuerlicher Rechte; Die Meere neu denken; Bibliografie über Eigentumsrechte; Transformation der Landwirtschaft; Unternehmens-PR als Entwicklungshilfe; Trade regulation for food security; u.a.m.

Gastbeitrag: Is Africa about to Lose the Right to Her Seed?; September: Dialog über Ernährungssouveränität; Europa ohne Gentech nachhaltiger als US-Landwirtschaft; Indien: Recht auf Wasser – und auf Profit; Entwicklungsplan bedroht Ghanas Fischfarmer; Landgrab: Zahlenspiele; u.a.m.

Neue Saatgutregelung will Afrikas Bauern abzocken; Eine interdisziplinäre Kontroverse über Hunger; Gender and Agriculture; Milliarden-Subventionen für Chinas Fischereisektor; Wassermärkte in den USA und Australien; Europa unterstützt Bauernorganisationen in Afrika; u.a.m.

Entwicklungskorridore für die Agrarindustrie in Afrika

Heutzutage sind keine Kanonenboote mehr nötig, um Zugang für Investoren zu Absatzmärkten und Rohstoffen zu öffnen. Die G8-Regierungen, das Weltwirtschaftsforum, Weltbank und Internationaler Währungsfonds oder private Stiftungen wie Rockefeller und Gates haben ganz andere Waffen, um ökonomische Interessen durchzusetzen. Doch das neue Konzept der ‚Korridore für landwirtschaftliche Entwicklung’ erinnert fatal an koloniale Erschließungsstrategien.