„Sauerei!“ hätte ein gutes Buch werden können. Es ist flüssig geschrieben, wenngleich etwas distanzlos-kumpelhaft, aber das trifft sicher den Nerv vieler Leserinnen und Leser. Und der Verfasser ist ein echter Insider. Aber „Sauerei“ ist im besten Fall ein ärgerliches Buch, eher aber ein gefährliches. Das Buch charakterisiert detailreich die Krise der deutschen und europäischen Landwirtschaft, um dann den Popanz des „Verbrauchers“ aufzubauen, der an der Misere des Landwirts schuld sei und in dessen Macht es läge, daran etwas zu ändern. Das soll uns nicht von verantwortungsvollem Verbrauch freisprechen. Doch um ökonomische Zusammenhänge geht es dem Autoren nicht, sondern vielmehr darum, mit Anekdoten eine scheinbare Glaubwürdigkeit zu erzeugen, die sich dann hoffentlich auf die von ihm verfolgte pro-agrarindustrielle Agenda überträgt.

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