Masipag, eine philippinische Bauernorganisation, pflegt einen kreativen Umgang mit der Gesetzgebung, weil die Bäuerinnen und Bauern davon überzeugt sind, dass Saatgut niemandem allein gehören kann.  Masipag: das heißt soviel wie „Landwirte und Wissenschaftler für Entwicklung“.

Die Organisation besteht seit 1986 und hat sich intensiv mit den Folgen der so genannten Grünen Revolution auseinandergesetzt: Verlust an Kulturpflanzenvielfalt, höhere Kosten durch zunehmenden Pestizideinsatz, saure Böden und vieles mehr. Und somit: mehr Abhängigkeit durch Schulden für ohnehin schon arme Bauern. Von genetischem Imperialismus ist die Rede. Tatsächlich ist „modernes“ Saatgut (Hybridsaatgut oder genmanipuliertes Saatgut) für viele Bauern heute unerschwinglich. Wenn sie kaufen wollen, benötigen sie meist einen Kredit. Wenn sie dann kaufen, drücken Schulden, denn Zinssätze zwischen 25-50% (!) sind in den Tropen weit verbreitet. Da hilft nur selber züchten! Aber wie? „Farmer-Led Participatory Plant Breeding“ heißt das Konzept, das zu mehr Selbstermächtigung und Vielfalt führt. Die Zusammenfassung der Arbeit von Masipag klingt nach der Erdung von Elinor Ostroms Designprinzipien für erfolgreiches gemeinschaftliches Ressourcenmanagement und nach einem intelligenten „legal hack„. Genau das, was die Welt braucht.

Wer mehr wissen will: hier geht’s lang.