Agrardebatte

zu Welternährung und globaler Landwirtschaft

EU-Fischereipolitik: Viele Wörter, wenig Taten; Weltbank prüft ‚land grab‘ durch Kautschukplantagen; Weltagrarkulturerbe; Freigehandelter Fisch aus Island für China; Mit einer App Lebensmittelskandale bekämpfen; World Water Week: ‚Energy and Water‚; Ernährung – Agrobusiness oder Agrikultur; Troubled waters of ocean governance under scrutiny; u.a.m.

Mir der Forderung „Bauernhöfe statt Agrarindustrie“ verbindet sich ein postindustrielles Konzept bäuerlicher, solarer Landwirtschaft, die lokale und regionale Stoff- und Wirtschaftskreisläufe so integriert und optimiert, dass Effizienzschübe möglich werden. Es geht also nicht darum, in jene Art vor-fossiler Landwirtschaft zurückzufallen, die knapp ein Drittel der gesamten Fläche zur Energieversorgung von Pferden und anderen Zugtieren einsetzte. Aber wenn wir vermeiden wollen, dass schwindende natürliche Ressourcen zu globalem Mord und Totschlag führen, bleibt uns nur radikales Umdenken und Handeln. Mit dieser Thematik setzt sich der Beitrag in den „Münchner Stadtgesprächen“ (in der PDF auf Seite 4-6) vom April 2014 auseinander.

Europäische Agrarinvestoren entdecken Sambia; Food Sovereignty: A Critical Dialogue; Schutz der Küstengewässer soll Gewinn bringen; Dünger und Diesel treiben Treibhauseffekt; Film: Der letzte Fang; Rindern, Bauern und Seen wird das Wasser abgestellt; Feminist Economics: Land, Gender, and Food Security; Remunicipalisations in Europe and beyond; u.a.m.

Die industrielle Landwirtschaft ist an den Verbrauch fossiler Brennstoffe gekoppelt. Kleinbauern produzieren energieeffizienter als Großbetriebe. Im Extremfall ergibt sich ein Unterschied um bis zum Hundertfachen zwischen den beiden Anbausystemen, d.h. in der industriellen Landwirtschaft werden bis zu zehn Kilokalorien und mehr aufgewendet, um eine Kilokalorie Nahrung zu erzeugen. In der kleinbäuerlichen Landwirtschaft, bei der auf den Einsatz von Agrochemikalien und schwerer Technik verzichtet wird und wo durch agrarökologische Methoden trotzdem gute Erträge gesichert werden, können aus einer Kilokalorie extern zugeführter Energie bis zu zehn Kilokalorien Nahrung entstehen. Insofern ist die von internationalen Institutionen und westlichen Regierungen forcierte Umstellung der kleinbäuerlichen Produktion in den Ländern des Südens auf eine inputintensive Landwirtschaft in hohem Maße unverantwortlich, denn die Folgen bei Erschöpfung der Erdölvorräte sind absehbar.

China zahlt Lehrgeld in Mosambik; Good news über Fracking-Technologie sind bad news; Weltbank: Wettbewerb um günstigste Investitionsbedingungen; Global Ocean Action Summit; Landgrabbing for Nigeria’s rice revolution; EU straft die ‚kleinen Fische‘ für illegalen Fischfang; Videos and stories about land grabbing in Asia; Die Zukunft von Wassermärkten; u.a.m.

Bei Mastfabriken gibt es eine Besonderheit, die sie von anderen Investitionen unterscheidet: In kaum einer anderen Branche dürfte der lokale Widerstand gegen Direktinvestitionen so häufig anzutreffen sein wie hier. Die mit dem Angebot der „Schaffung von Arbeitsplätzen“ Beglückten erkennen sehr bald und oftmals rechtzeitig bevor es überhaupt zur Investition kommt, dass mit den wenigen entstehenden Arbeitsplätzen erhebliche Probleme für Umwelt und Gesundheit verbunden sind. Es überrascht dann kaum, dass sich die „Schaffung von Arbeitsplätzen“ zudem als Mogelpackung entpuppt. Wir werfen einen Blick auf Schweinemastanlagen in Ostdeutschland, Polen und Litauen.

Chinas Getreidehändler auf Einkaufstour; China und die Agrarentwicklung in Afrika; Zusammenarbeit im Wassersektor im Südlichen Afrika; Steigender Energiebedarf bedroht Wasserversorgung; Hunger durch Globalisierung der Massentierhaltung; Verfügen Bäuerinnen über mehr Land als vermutet? Urbanisierung mit chinesischen Besonderheiten; Indien – Ernährungssicherung per Gesetz?; u.a.m.

Gates-Stiftung zahlt, Danone sahnt ab; Wasser: Manila – Unterschiede zwischen Ost und West; Olivier De Schutters Abrechnung mit der Agrarpolitik; Dokumentation über Landgrab für deutschen Kaffee; Privatisierungsmodelle in Indien und Uganda; China und die globale Fleischindustrie; Gentech-Reis für Afrika; Vandana Shiva, Krieg und Frieden in Indien; u.a.m.

Von Uwe Hoering, März 2014: Nicht nur die Gas- und Öllieferungen für Europa und die Welt könnten durch den Konflikt um die Ukraine und eventuelle Sanktionen beeinträchtigt werden, sondern auch die Getreideversorgung. Noch sitzt die Welt auf einer Rekordernte, die die Preise bislang stabilisiert hat. Doch Händler in den USA beginnen bereits, über „Konflikt-Aufschläge“ nachzudenken, die Preise für Weizen und Mais steigen.

Seit elf Jahren befasst sich die erste Regierungserklärung eines neuen Jahres (No.1 Central Document), mit der das Zentralkomitee der Kommunistischen Partei Chinas und der Staatsrat, i.e. die Zentralregierung in Beijing, ihre politischen Prioritäten vorstellen, mit den ‚Three rural issues’ – der Landwirtschaft, den ländlichen Gebieten und der Lage der bäuerlichen Bevölkerung. Das zeigt die große Bedeutung, die die Agrarfrage nach wie vor für die Politik hat.