Agrardebatte

zu Welternährung und globaler Landwirtschaft

Im Vorfeld des diesjährigen Gipfeltreffens der Regierungen der USA, Großbritanniens, Japans, Frankreichs, Kanadas, Deutschlands und Italiens in Oberbayern Anfang Juni sind ein Reihe von Publikationen erschienen, die sich mit der Politik dieser G7 im Agrar- und Ernährungsbereich kritisch auseinandersetzen, besonders mit der New Alliance for Food Security and Nutrition (aka G8NA).

Die Verabschiedung der freiwilligen Leitlinien der FAO (Voluntary Guidelines on the Responsible Governance of Land, Fisheries and Forests in the Context of National Food Security) im Jahr 2012 wird als großer Erfolg betrachtet. Doch Landgrabbing erschöpft sich nicht mit Kauf oder Pacht großer Landflächen. In Afrika gibt es subtilere Formen von Landgrabbing, insbesondere durch das dort geförderte Modell agrarindustrieller Produktion.

Wenn sich am 7. und 8. Juni die Staats- und Regierungschefs der G-7-Länder auf Schloss Elmau in Oberbayern treffen, wird auch die Gestaltung von Handels- und Lieferketten ein Gesprächsthema sein. Diese Strukturen werden gern als Wertschöpfungsketten bezeichnet, was suggeriert, dass alle Beteiligten etwas abbekommen. Besonders jene Prozesse, die unsere Ernährung berühren, spielen eine wichtige Rolle. Unter dem Titel »Wer hat die Macht?« wurde anlässlich des G-7-Gipfels eine Studie des Fair Trade Advocacy Office Brüssel zu Machtkonzentration und unlauteren Handelspraktiken in diesen Wertschöpfungsketten vorgelegt.

Wasser: ‚Erst kommt die Ernährung, dann die Industrie‘; Land grabbing and political reactions ‚from below‘; Neuer Beirat für die Reform der Ernährungssysteme; Selbsternannte Global Ocean Commission feiert sich; Global Pastoralist Knowledge Hub; Kurzanleitung der Weltbank, um Hunger und Armut zu beenden; EU-Handelsabkommen mit Afrika im Schatten von TTIP; Die Fischindustrie als „Männerclub“; u.a.m.

‚Neue Allianz‘ strukturiert Afrikas Landwirtschaft um; Agrarreformen in Asien gegen die bäuerliche Landwirtschaft; ‚Big Spender‘ fördern Finanzialisierung der Wasserversorgung; Food Sovereignty: convergence and contradictions; „Treat development like a business„; Saatgutkontrolle in Nord und Süd; China: Developing the meat grab; Aktionen gegen Landgrabs in Afrika und Asien; u.a.m.

Land- und Agrarreformen müssen zurück auf die Tagesordnung

von Uwe Hoering, April 2015.

Alle wollen die bäuerliche Landwirtschaft – von FAO über Europäische Union und Weltbank bis hin zur New Alliance für Food Security und Nutrition. Doch die Erfüllung der Hoffnungen vieler entwicklungs- und zivilgesellschaftlicher Organisationen, dass sich diese Bekenntnisse nun auch in ihrer wirkungsvollen Förderung niederschlagen mögen, hängt von einer zentralen Frage ab: Der Umverteilung von Land.

Städtische Landwirtschaft – ein weites Feld; Die EU als globale Fischerei-Polizei; Kontrolle über Saatgut gefährdet Recht auf Nahrung; Weltbank-Wegweiser zu den besten Geschäftsbedingungen; Bauernrechte als Menschenrechte; Mit Schiedsgerichten gegen öffentliche Wasserpolitik; 600 Seiten Politische Ökonomie und Food Sovereignty; u.a.m.

Eine aktuelle Recherche des Pestizid Aktions-Netzwerks (PAN Germany) deckt eine wichtige Lücke bei der Risikobewertung von Glyphosat durch das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) auf. Demnach gibt es derzeit mindestens zehn Studien, die zeigen, dass Glyphosat in Zellen sogenannten „oxidativen Stress“ auslöst, der auch zur Krebsentstehung führen kann. Diesen Wirkungsmechanismus hat das BfR jedoch außer Acht gelassen. Dieses Versäumnis könnte ein Grund dafür sein, dass das BfR, anders als ein internationales Gremium der Weltgesundheitsorganisation (WHO), zu dem Schluss kommt, dass Glyphosat nicht krebserregend ist.

Umsiedlungspraxis der Weltbank verstößt gegen Richtlinien; Piraten-Schiffe versenken; Mit Via Campesina gegen Konzerne und Freihandel; Tracking livestock programmes worldwide; Privatisierung in Manila aus Unternehmenssicht; Women agricultural workers and the right to food; Der Kritische Agrarbericht 2015; Nachhaltige Entwicklungsziele im Wassersektor; u.a.m.

China’s Agricultural Investments in Africa; Nyéléni Declaration for Agroecology; „Them Belly Full (But We Hungry)„; Addressing Human Rights Impacts of ‚Land grabbing‘; Europas Abhängigkeit von Fischimporten; World Bank Safeguards Policies and land use; Financialization in the Agrifood System; Rechtliche Regulierung von Agrarinvestitionen; Gericht hebt Privatisierungsverträge in Jakarta auf; u.a.m.