Agrardebatte

zu Welternährung und globaler Landwirtschaft

Millenniumziel gescheitert, jetzt soll’s der Markt richten; EU-Saatgutpolitik auf dem Prüfstand; Bremsversuche bei der Landreform in China; Agrarinvestoren in Äthiopien bekommen starke Partner; Veranstaltung zu ‚Gender, Water and Development‚; Briefing Papers der Global Ocean Commission; Agro-food, fibre and biofuel markets in China; Coalition for African Rice Development; u.a.m.

Zu den wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen (WSK-) Rechten der UNO zählt laut Artikel 11 das Recht auf „adäquate Nahrung, Bekleidung und Behausung und die kontinuierliche Verbesserung der Lebensbedingungen“. Dieses wurde bei der Einrichtung von Nationalparks regelmäßig verletzt, denn dabei mussten im globalen Süden fast immer Menschen weichen. Diese verloren oftmals über Nacht und ohne Entschädigung die Voraussetzungen für ihre Ernährung und ihre Behausung. Wenig beachtet ist „Naturschutz Grabbing“ dem agrarischen „Land Grabbing“ mehr als ebenbürtig und stellt dieses bislang sogar in den Schatten. Dieser Trend wird sich fortsetzen, denn laut Beschluss der 10. Nachfolgekonferenz zum Übereinkommen über die biologische Vielfalt der UNO im Oktober 2010 in Nagoya soll der Anteil der globalen Schutzgebietsfläche von derzeit 12 auf 17 Prozent erhöht werden.

„Ocean of life: How our seas are changing“; GFFA: Lobbyorganisation der Agrar- und Ernährungsindustrie; Urban Gardening in China; Eine weitere Falle für Afrikas Kleinbauern; Land grabbing in Mosambik; Ernährungssouveränität in Bangladesh; Pastoralism and Development in Africa; Investoren verklagen Manila wegen Wasserpreis-Senkung; u.a.m.

World Bank should say Goodbye to private water illusion; Allianz für ‚klima-smarte Landwirtschaft‘; Agrarinvestitionen und die Situation von Frauen; Wasserpolitik: Privatisierung und PPP in Indien; Ernährungssicherung bei der WTO-Konferenz in Bali; China: Fishing in distant waters; AGRA: Mit einer Hand geben, mit zwei nehmen; Fischindustrie und Menschenrechte; Veranstaltung: Zukunft der Meere; u.a.m.

Am Beispiel von Reis lassen sich wie in einem Brennglas viele Aspekte der Auseinandersetzungen um landwirtschaftliche Entwicklungsstrategien, Land- und Wassernutzung, nationale und internationale Agrarpolitik, Ernährungsgewohnheiten und Ernährungssicherung veranschaulichen. Deshalb werden in diesem SPECIAL in den kommenden Monaten entsprechende Nachrichten, Blogbeiträge, Hinweise auf Literatur und Akteure zusammengestellt.

Coca-Cola verspricht „Null Toleranz“ bei ‚Land grabs‘; Umweltaktivisten in China; NRO fordern, die ‚German Food Partnership‘ zu beenden; World Ocean Radio; UN-Organisation hält Agrarwende für notwendig; Anleitung für die Rettung der Weltmeere; Ratgeber für Agrarinvestoren in Afrika; Konzentration und Konkurrenz in der Düngerindustrie; u.a.m.

Zukunft der Meere (Veranstaltung); Chinas globale Fischzüge; Umwelt und Entwicklung im tibetischen Hochland; Landnahme und Ernährungssicherheit; Veolia verliert Vertrag in St. Louis, Missouri; Japanische Wasser-Unternehmen in Myanmar; Mapping African Agriculture – for investors; Staudämme für Autos statt für Nahrung in Indien; Partnerschaft von Wasser und Energie (Veranstaltung); u.a.m.

Ernährungssouveränität bedeutet für La Vía Campesina eine ökonomisch lebensfähige und ökologisch nachhaltige Landwirtschaft, die zugleich eine wichtige soziale Funktion innehat. Das lässt sich nicht mit marktbasierten Ansätzen erreichen, sondern bedarf eines grundsätzlichen Politikwechsels. Eine verspätete Laudatio zum 20. Geburtstag.

Der offizielle Start von vier Großprojekten des »German Food Partnership«-Programms (GFP) am 5.11.2013 war Anlass zu scharfer Kritik an dieser »Entwicklungspolitik im Dienst deutscher Konzerne«. Von der Vorgehensweise und von der Struktur her ähnelt diese »Partnerschaft«, an der BASF, Bayer Cropscience, aber auch die Handelskette Metro, der Verband der Nahrungsmittel- und Verpackungsmaschinen und die Düngemittelindustrie beteiligt sind, der »Alliance for a Green Revolution in Africa«. Bei beiden geht es um die Schaffung vertikal integrierter Wertschöpfungsketten, bei denen bekanntlich der Wert vor allem am unteren Ende der Kette von den Bäuerinnen und Bauern geschaffen und dann schrittweise nach oben transferiert wird.

November 2013: Ende Oktober wurde eine Studie über Zertifizierungssysteme für Kaffee, Kakao und Baumwolle vorgestellt, die die Industrie-Stiftung SUSTAINEO in Auftrag gegeben hatte. Sie bestätigt, dass dadurch die wirtschaftlichen und sozialen Bedingungen für die Mehrheit der Kleinbauern kaum verbessert werden. Gleichzeitig bietet sie einen guten Einblick in die Denke der beteiligten Konzerne.