Landgrabbing wird zwar in erster Linie mit Agrarproduktion in Verbindung gebracht, aber flächenmäßig betrachtet ist dieses Phänomen im Naturschutz sogar noch bedeutsamer. Insofern hat die Tatsache, dass in Asien und Afrika neuerdings lokale Bevölkerungsgruppen aus Naturschutzgebieten unter dem Deckmantel der Terrorismusbekämpfung vertrieben werden, durchaus einen Bezug zur „Agrardebatte“. Separat betrachtet ist beides nichts Neues, weder die Militarisierung des öffentlichen Lebens samt Beschneidung von Menschenrechten im Namen der Terrorismusbekämpfung noch die Vertreibung lokaler, indigener Bevölkerungsgruppen im Namen des Naturschutzes. Doch die Kombination aus beidem ist ein neues Phänomen, das laut Recherchen der britischen Politikwissenschaftlerin Rosaleen Duffy und ihrer Mitarbeiterinnen wenig beachtet wird, aber häufig vorkommt.

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