Agrardebatte

zu Welternährung und globaler Landwirtschaft

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Die Jahrestagung der Gentechnik-Lobbyorganisation InnoPlanta e.V. am 4. September 2012 in Gatersleben beklagte die „Über- bzw. Missregulation“ bei der Zulassung gentechnisch veränderter Pflanzen in Europa und erging sich in Spekulationen über „Sabotageakte“ bei der erhofften Einführung des „Golden Rice“ im Jahr 2014 in Ländern Südostasiens. Zugleich wurde auf der Tagung unverblümt deutlich, was Gentechnik-GegnerInnen bereits seit 2005 klar ist: Der „Golden Rice“ dient als Rammbock gegen die Sicherheitregularien für Gentechnikpflanzen generell. Aber auch sonst vermittelte der Besuch dieser Veranstaltung interessante Einsichten.

Im Juni verkündete das WorldWatch Institute, dass die Zahl der Land grabs im Agrarbereich nach einem Höhepunkt 2009 deutlich zurückgegangen sei. Ob das stimmt und ob es ein anhaltender Trend ist, muss sich zeigen. Angestiegen ist dagegen deutlich die Zahl wissenschaftlicher Studien über großflächige Landnahmen und die damit verbundenen unterschiedlichen Aspekte sowie die Zahl von Büchern, die sich an ein breiteres Publikum richten. Mehr darüber in der Literaturübersicht Nr. 5/Juli 2012:

Der Aufschwung der Milchwirtschaft ist beispielhaft für die Entwicklung in China. Praktisch aus dem Nichts heraus wurde die Industrie, trotz ständiger Lebensmittelskandale, zu einer Marktmacht – zunächst im Land selbst, jetzt greift sie nach Unternehmen, Farmen und Märkten in anderen Ländern.

Im Vorprogramm des G8-Gipfels in Camp David hat Präsident Barack Obama am 18. Mai eine ‚Neue Allianz für Ernährungssicherheit‘ vorgestellt, bei der die Privatwirtschaft helfen soll, dass Afrikas ärmste Bauern und Bäuerinnen sich selbst versorgen können. Manche Beobachter halten diese Initiative für einen Schritt in die richtige Richtung. Das Gegenteil ist der Fall.

Für Hamburger werden Wälder abgebrannt, für Fischstäbchen die Weltmeere leergefischt, für Aquakulturen Mangrovenwälder vernichtet. Die industrielle Produktion von Fleisch und Fisch frisst sich nicht nur wie ein Krebsgeschwür durch die natürliche Umwelt, sondern diktiert zunehmend weltweit die Produktionsbedingungen für Landwirtschaft und Tierhaltung – viele Gründe für einen eigenen Themenschwerpunkt auf globe-spotting.de: Fish & Ribs

Finanzspekulation, Industrieansiedlungen und wuchernde Städte bedrohen fruchtbare Böden, Seen und Flüsse. Allerdings geraten Land- und Wasserressourcen auch immer stärker unter die Räder der Agrarindustrie. Ein Beitrag für die aktuelle Ausgabe von politische ökologie 128.

Den Ansätzen für eine „andere“ Landwirtschaft, wie sie beispielsweise der Weltagrarrat vorgeschlägt, wird durch die von multilateralen Institutionen, US-amerikanischen Stiftungen und zahlreichen, auch europäischen Regierungen verfolgte Agrarstrategie der Boden entzogen: Sie setzen auf eine vorrangig auf externen Inputs beruhende Erzeugung agrarischer Massenprodukte und auf die Einbindung in den globalen Wettbewerbsmarkt. Dabei bereiten sie für die Agrarindustrie und die globalen Supermarktketten neue Märkte auf. Diese bestimmen zunehmend, wie Nahrungsmittel erzeugt, verarbeitet und vermarktet werden. Ein Beitrag aus: Petra Gruber (Hrsg.), Wie wir überleben! Ernährung und Energie in Zeiten des Klimawandels.

Das Buch „Agrar-Kolonialismus in Afrika. Eine andere Landwirtschaft ist möglich“ von Uwe Hoering, erschienen 2007 im VSA-Verlag, Hamburg, ist jetzt als pdf-Datei (0,9 MB) erhältlich.

Anders als bei gentechnisch veränderten Pflanzen erfährt die Öffentlichkeit wenig über die weit fortgeschrittene Entwicklung gentechnisch veränderter Tiere. Ein internationales Symposium über Gentransfer bei Tieren, das die Niederländische Gentechnik-Kommission COGEM kürzlich durchführte, war eine seltene Gelegenheit, mit Managern und Forschern zu diskutieren. Doch deren Reaktion bestand weitgehend aus Schweigen, Ablenken und Diffamieren der Kritik. Ein Tagungsbericht

Seit dem globe-spotting-Literaturüberblick vom September 2010 gab es eine Reihe interessanter neuer Publikationen und Diskussionen zum Thema Land grab – ein Update: