Agrardebatte

zu Welternährung und globaler Landwirtschaft

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Nach Angaben des Landwirtschaftsministeriums der Vereinigten Staaten von Amerika hatten 49 Millionen US-Amerikaner (15% der Bevölkerung) im Jahre 2008 nicht immer genug zu essen, darunter 17 Millionen Kinder, 4,3 Millionen mehr als noch im Jahr zuvor. Dies ist die höchste Zahl seit Beginn dieser Aufzeichnungen. Landwirtschaftminister Vilsnack, der zum Welthungergipfel in Rom nur seine Stellvertreterin geschickt hat, erwartet für das laufende Jahr noch höhere Zahlen und sagte dazu: “Wir müssen uns sehr ernsthaft mit Ernährungssicherheit und Hunger in den USA auseinandersetzen.

US-Präsident Obama hat den ehemaligen Leiter für Entwicklung der Melinda und Bill Gates Stiftung, Rajiv Shah (36) als neuen Leiter der US Entwicklungs-Behörde USAID nominiert. Shah hatte ihm bereits seit einigen Monaten als Unterstaatsekretär für Wissenschaft und Forschung im US Landwirtschaftsministerium gedient. In dieser Eigenschaft etablierte Shah das National Institute of Food and Agriculture, die neue zentrale Agrarforschungseinrichtung des USDA und besetzte sie mit dem Gentechniker Roger Beachy, der zuvor das Monsanto nahe Donald Danforth Plant Science Center gegründet hatte und leitete.

Kanadischen Farmern ist die Verunreinigung ihrer Ernte mit der gentechnisch veränderten Flachs-Sorte “Triffid”, die nirgends auf der Welt mehr zugelassen ist, in die Glieder gefahren. Ein Desaster: Die Preise für ihr Omega-3-Fettsäure haltiges Gesundheitsprodukt brechen ein und ein 300 Millione Dollar Markt ist in Gefahr, wie die kanadische Globe and Mail berichtet. Triffid wurde mittlerweile in 36 Staaten rund um den Globus gefunden.

Der “ideologische” Streit um die Gentechnik “spaltet die Bewegung” gegen Hunger und Armut, sagte Bill Gates anläßlich der Verleihung des World Food Prize an den Sorghum-Forscher Gebisa Ejeta, der an der Purdue University in den USA (ganz ohne Gentechnik) neue Sorten entwickelte, die in seiner Heimat gegen Dürre und die parasitische Striga-Pflanze resistent sind. Gates, der zu den wichtigsten Geldgebern der Entwicklungshilfe gehört und u.a. ein massives Programm in Afrika unterstützt, das Bauern mit Kunstdünger, Pestiziden und neuem Saatgut versorgt, gilt als Freund technologischer Lösungen. In seiner ersten Grundsatzrede zur Landwirtschaft schimpfte Gates auf “Ideologen”, die die Einführung der Gentechnik in Afrika verhindern wollten und gegen jede Produktivitätssteigerung allergisch reagierten.