Agrardebatte

zu Welternährung und globaler Landwirtschaft

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Diskurs über Eigentum von Grund und Boden; EU-Kommissar beugt sich den ‚Wasser-Bürgern‘; Obamas Mitbringsel für seine Afrika-Tour; Why has the Nile River Become a Battleground?; Japan fördert Reisanbau und Privatwirtschaft; Agrarreform auf den Philippinen erlahmt; Freiheit für Handel, Investoren – und Genpflanzen? u.a.m.

BRICS-Gipfel in Südafrika; Lebensmittelindustrie: Verlust und Verschwendung; Wer bringt Afrikas Landwirtschaft voran?; Wasserpolitik: ‚Notverkäufe‘ des Tafelsilbers; Sponsorengeld für Gentech-Mais und -Weizen; Agrarkooperation Afrika-Brasilien-China; Experiment mit individuellen Landtiteln in China; u.a.m.

Entwicklungskorridore für die Agrarindustrie in Afrika

Heutzutage sind keine Kanonenboote mehr nötig, um Zugang für Investoren zu Absatzmärkten und Rohstoffen zu öffnen. Die G8-Regierungen, das Weltwirtschaftsforum, Weltbank und Internationaler Währungsfonds oder private Stiftungen wie Rockefeller und Gates haben ganz andere Waffen, um ökonomische Interessen durchzusetzen. Doch das neue Konzept der ‚Korridore für landwirtschaftliche Entwicklung’ erinnert fatal an koloniale Erschließungsstrategien.

Im Jahr 2001 zwangen Geberländer und Internationaler Währungsfonds Malawi, das Subventionsprogramm für Saatgut und mineralischen Dünger drastisch zurückzufahren und die strategische Getreidereserve zu verkaufen. Verschärft durch erratische Regenfällen führte das im Jahr 2002 zu einer Hungerkatastrophe, die sich im Jahr 2005 wiederholte. Als die malawische Regierung internationalen Ratschlägen zum Trotz die subventionierten Startpakete wieder einführte, verdoppelte sich die Maisernte in Jahresfrist. Doch wie nachhaltig ist diese „kleine grüne Revolution“ und was wären die Alternativen?

Am fünften und vorerst letzten Tag der Suche nach der Ernährungssicherheit in Senegal sind wir in der Hauptstadt Dakar, um politische Antworten und Lösungen für die Probleme, die wir in den ländlichen Regionen gesehen haben, zu bekommen.

Am vierten Tag der Suche nach der Ernährungssicherheit in Senegal erfahren wir, welche Auswirkungen ein Importstopp für Zwiebeln aus Europa hatte, und diskutieren, ob das Beispiel auch auf andere Agrarprodukte wie Reis übertragen werden kann.

Am Dienstag, dem zweiten Tag der Suche nach der Ernährungssicherheit für Senegal, geht es unter anderem um die Auswirkungen des Klimawandels im Sahel und um Ansätze, durch Aufforstung, Zugang zu Wasser und Absicherung von Landnutzungsrechten landwirtschaftliche Entwicklungsperspektiven aufzuzeigen.

Organisiert von der Entwicklungsorganisation SOS Faim, bereiste ich Anfang Juni den Senegal, um über Ansätze zu einer besseren Eigenversorgung mit Lebensmitteln zu berichten. Denn das kleine westafrikanische Land, das unter anderem drei Viertel seines Reisbedarfs importiert, ist vom Anstieg der Nahrungsmittelpreise besonders betroffen. Zivilgesellschaft und Regierung versuchen nun, diese Abhängigkeit durch eine Steigerung der einheimischen Agrarproduktion zu verhindern. Ein Reise-Tagebuch

Der Begriff ‚Land Grabbing‘ hat die Diskussion über die Problematik ausländischer Agrarinvestitionen angeheizt. Im Gespräch mit Uwe Hoering geht Nele Heiland vom Geographischen Institut der Humboldt-Universität in Berlin den Ursachen und Auswirkungen nach, wobei insbesondere die Entwicklungen in Äthiopien im Zentrum stehen.

Im Vorprogramm des G8-Gipfels in Camp David hat Präsident Barack Obama am 18. Mai eine ‚Neue Allianz für Ernährungssicherheit‘ vorgestellt, bei der die Privatwirtschaft helfen soll, dass Afrikas ärmste Bauern und Bäuerinnen sich selbst versorgen können. Manche Beobachter halten diese Initiative für einen Schritt in die richtige Richtung. Das Gegenteil ist der Fall.