Agrardebatte

zu Welternährung und globaler Landwirtschaft

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Der Bericht über den Zustand von Böden, Wasser und biologischer Vielfalt, den die UN-Organisation für Ernährung und Landwirtschaft Ende November vorgelegt hat, bestätigt die schlimmsten Befürchtungen: die Landwirtschaft arbeitet in vielen Regionen am Limit der natürlichen Ressourcen, in manchen sogar darüber hinaus. Als Ausweg aus dem Land- und Wassermangel empfiehlt die FAO eine „nachhaltige Intensivierung“.

Das aktuelle Heft 124 der Zeitschrift PERIPHERIE hat den Themenschwerpunkt ‚Land – Konflikt, Politik, Profit‘ mit Analysen, Fallstudien und einem Stichwort (pdf-Datei 544 kb) zu ‚Land Grabbing‘

Wenn im Juni 2012 in Rio de Janeiro die Umweltminister, Staats- und Regierungschefs zum Gipfel Rio+20 auflaufen, gibt es wenig zu feiern. In Rio stehen viele der brennenden Themen und Fragen nicht auf der Tagesordnung. In Rio werden keine Weichen gestellt und keine wichtigen Entscheidungen fallen. Und für die Zivilgesellschaft ist in Rio kein Blumentopf zu gewinnen. Deshalb wäre es besser, Rio+20 zu boykottieren.

Anders als bei gentechnisch veränderten Pflanzen erfährt die Öffentlichkeit wenig über die weit fortgeschrittene Entwicklung gentechnisch veränderter Tiere. Ein internationales Symposium über Gentransfer bei Tieren, das die Niederländische Gentechnik-Kommission COGEM kürzlich durchführte, war eine seltene Gelegenheit, mit Managern und Forschern zu diskutieren. Doch deren Reaktion bestand weitgehend aus Schweigen, Ablenken und Diffamieren der Kritik. Ein Tagungsbericht

Die Regierung in Addis Abeba will im Westen des Landes 245.000 Hektar Zuckerrohrplantagen anlegen und Äthiopien zu einem führenden Zuckerexporteur machen. Das riesige Bewässerungsprojekt im unteren Omo-Tal würde die Lebensbedingungen von bis zu 500.000 Menschen in dieser Grenzregion mit Kenia bedrohen und schwerwiegende ökologische Auswirkungen haben.

Beim Nyéléni-Forum, das Mitte August in Österreich stattfand, wurde eine europäische Bewegung für Ernährungssouveränität angestoßen, berichtet Berit Thomsen von der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) in ihrem Gastbeitrag.

Klimawandel, Agrarkrise und Land grabbing geben der Wasserfrage neue Aktualität. Zahlreiche Konferenzen werden sich in den kommenden Monaten mit dem Themenbereich beschäftigen, darunter die Konferenz zu Wasser, Energie und Ernährung Ende November in Bonn und das World Water Forum im März 2012 in Marseille. Die Privatisierung im Wassersektor spielt zudem in der Debatte um Gemeingüter eine wichtige Rolle – siehe Berlin. Genug Gründe also für ein globe-spotting-SPECIAL zu Wasserpolitik

Im Juni fand erstmals ein Treffen der Agrarminister der G20, der Gruppe der wichtigsten Industrie- und Schwellenländer statt. Zahlreiche Fragen, wie die problematische Ernährungssituation verbessert werden könnte, wurden angesprochen, wie Sophia Murphy om Institute for Agriculture and Trade Policy berichtet, Entscheidungen jedoch vertagt.

Als José Graziano da Silva vergangenen Juni zum neuen FAO-Chef gewählt wurde, gab es selbst von der Entwicklungshilfeorganisation Oxfam Vorschusslorbeeren. Denn der 61-jährige Brasilianer gilt als erfolgreicher Kämpfer gegen den Hunger in der Welt. Ein Gastbeitrag von Norbert Suchanek

Stolz verkündete die Weltbank vor drei Wochen, dass sie einen neuen Weg gefunden habe, „wie sich Bauern, Nahrungsmittelerzeuger und Verbraucher selbst gegen die Preisschwankungen für Nahrungsmittel schützen können“. Das macht neugierig. Ein Kommentar von Uwe Hoering