Agrardebatte

zu Welternährung und globaler Landwirtschaft

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Zu Recht schlugen Organisationen wie GRAIN im Oktober 2008 Alarm, weil Staaten und Investmentgesellschaften in einen Kaufrausch verfallen sind, bei dem riesige Ländereien durch Pacht oder Eigentumsüberschreibung ihren Besitzer wechseln. Das Phänomen ist vielschichtig, und die Ereignisse in den letzten zwei Jahren repräsentieren nur die Spitze eines Eisbergs, der seit rund zwei Jahrzehnten durch die neoliberalen Gewässer driftet. Nicht nur kritische NGOs, sondern auch Thinktanks und Institutionen publizierten dazu Analysen, veranstalteten Konferenzen und gaben Studien in Auftrag.

Mit der Worthülse »Nachhaltigkeit« versehen, favorisieren FAO und Weltbank »hochproduktive Systeme«, d.h. Hochleistungssorten, deren Ertragspotential nur unter Einsatz von Intensivbewässerung, Pestiziden und chemischer Düngung ausgeschöpft werden kann.
Die Verfechter alternativer Strategien fordern eine stärkere Unterstützung der landwirtschaftlichen Entwicklung in den Ländern des Südens, die sich mit dem Begriff »Ernährungssouveränität« (Via Campensina) subsumieren lässt – tatsächliche Nachhaltigkeit, die eine darauf ausgerichtete Agrarforschung einschließt.