Agrardebatte

zu Welternährung und globaler Landwirtschaft

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Rahmenbedingungen für Milchindustrie in Afrika; Europa-Parlament will die ‘New Alliance’ verbessern; Oktober 2016: Monsanto-Tribunal; Konzentrationswelle in der Agrarindustrie; Zunehmende Probleme in China durch Schwermetalle in Böden; Committee on World Food Security (CFS); Bioökonomie als Raubbau der Zukunft?; März 2017: Global Peasants Rights; u.a.m.

Risikoabsicherung für Agrarinvestoren; Gentech-Kontamination als “Naturereignis”; Mit Richtlinien gegen den illegalen Fischfang; Bäuerliche Landwirtschaft verliert an Boden; Reisanbau in Westafrika wächst schneller als Konsum; Beendigung der Milchquote treibt Exporte nach Afrika; Gentech-Nahrung – Mythen und Wahrheiten; Millennium-Dörfer vs. Grüne Revolution; Das “progressivste Wasserunternehmen Afrikas”; u.a.m.

China unterwandert Verband der Staudammindustrie; Kampagne: Mit Recht Kleinbäuerinnen und Landarbeiter schützen; Prozess Veolia gegen “Water Makes Money”; Tansania begrenzt Agrarinvestitionen; Die Weltgeschichte der Milch; Entwicklungspolitik: “Landwirtschaft ist Privatwirtschaft”; u.a.m.

Milchkonzerne drängen auf Wachstumsmarkt Indien; Deutsche Verpackungen für Afrikas Agrarprodukte; Aufbauhilfe für Agrarkonzerne in der Ukraine; Gemeinsames Erbe Meere; Wer ist für den Hunger verantwortlich?; Gentech-Baumwolle aus China für Mosambik; Tröpfchenbewässerung gewinnt an Boden; u.a.m.

Der Aufschwung der Milchwirtschaft ist beispielhaft für die Entwicklung in China. Praktisch aus dem Nichts heraus wurde die Industrie, trotz ständiger Lebensmittelskandale, zu einer Marktmacht – zunächst im Land selbst, jetzt greift sie nach Unternehmen, Farmen und Märkten in anderen Ländern.

Der Parlamentarische Staatssekretär im Landwirtschaftsministerium, Gerd Müller, sorgt sich qua Amt nicht nur um die Ernährung der deutschen Verbraucher, sondern auch um das Wohlergehen der Chinesen – und um die heimische Milchwirtschaft, um Tierzüchter und Anlagenbauer. Angesichts des boomenden chinesischen Marktes würden sich für die “hochwertige” und “sichere” deutsche Milch große Chancen eröffnen. In der Tat expandieren in China Nachfrage, industrielle Tierhaltung und in- und ausländische Konzerne.

Gammelfleisch, Käfighaltung, Vogel- und Schweinegrippe bringen die industrielle Fleischerzeugung immer wieder in die Schlagzeilen. Weitgehend unbemerkt von der Öffentlichkeit blieb dagegen der Transformations- und Konzentrationsprozess, den die Industrie in den vergangenen Jahren vollzogen hat. Einige wenige Unternehmen kontrollieren inzwischen die gesamte Produktions- und Wertschöpfungskette. Mit dieser Entwicklung und ihren vielfältigen negativen Auswirkungen auf Gesundheit von Mensch und Tier, auf die natürliche Umwelt und die bäuerliche Landwirtschaft wird sich das globe-spotting-SPECIAL „Ware Fleisch“ in den kommenden Monaten beschäftigen.

Ein neuer Streit um die Gentechnik tobt dieser Tage um die Milch: Wird “ohne Gentechnik” bald zur Selbstverständlichkeit bei Frischmilch, Käse, Joghurt und Quark? Freunde der Gentechnik laufen dagegen Sturm. Denn es geht dabei um mehr als nur die Frage, was die Kuh gefressen hat oder gar um Spitzfindigkeiten was wirklich gentechnikfrei ist oder nicht. Hinter dem was Grosskonzerne wie Lidl, Friesland/Campina, ReWe und andere als “heissen trend” entdeckt haben, stecken Fragen nach Klimaschutz, regionaler und globaler Gerechtigkeit und der Verantwortung und Macht der Verbraucherinnen, taucht eine faire Milch am Horizont auf und wird eine andere Agrarpolitik sichtbar, die wir alle gestalten könnten.

Auch letzten Montag kam für die existenzbedrohten Milchbauern Europas aus Brüssel nichts Neues: Nachdenken und verhandeln will man weiter, zusätzliches Geld von der EU gibt es nicht. Eine Initiative, die den Erzeugern eine bessere Verhandlungsposition gegenüber ihren hoch konzentrierten Abnehmern schaffen soll, wird von 7 Mitgliedstaaten fürs Erste abgeblockt. Das Bauernsterben geht weiter. Im Kern hat sich nichts bewegt. Dieser Kern heisst: Weniger oder mehr?

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