Agrardebatte

zu Welternährung und globaler Landwirtschaft

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Im August 2013 streikten die Bauern in Kolumbien für mehrere Wochen und stellten die Belieferung der Städte mit Nahrungsmitteln quasi ein. Zusammen mit Studenten, Indigenen und Industriearbeitern, die sich solidarisch erklärten, legten sie das Land lahm. Die Auswirkungen der Freihandelsabkommen mit den USA und Europa auf die Landwirtschaft des Landes und die Empörung über eine damit zusammenhängende Saatgutverordnung waren der zentrale Auslöser. Mit letzterer wurde selbstproduziertes Saatgut für illegal erklärt und dessen Beschlagnahmung und Zerstörung verfügt.
Ein Gastbeitrag von Anne Schweiglervon der Saatgutkampagne

Wenn die wöchentliche Artikelsammlung auf farmlandgrab.org ein Indikator ist, dann geht das Land grabbing immer weiter, wenn auch möglicherweise etwas langsamer. Teils haben wohl die breite öffentliche Kritik und der wachsende Widerstand bei Regierungen, Investoren und Institutionen Spuren hinterlassen. Teils werden auch die wirtschaftlichen Risiken großer Agrarinvestitionen deutlich, was dazu geführt haben mag, dass der anfängliche Enthusiasmus gedämpft wurde. Gleichzeitig verlagern sich die Auseinandersetzungen immer stärker auf die nationale Ebene beziehungsweise sogar „aufs Feld“ und liegen damit weitgehend unter dem Wahrnehmungshorizont der internationalen Debatte und Aufmerksamkeit. Damit wird es immer schwieriger, auch nur annähernd den Überblick zu behalten.

Zangenangriff auf öffentliche Wasserversorgung; Chinas Fischzug in Afrikas Gewässern; Land grabbing in Lateinamerika; “Neue Ebene” Afro-Amerikanischer Zusammenarbeit; Grüne Revolution: Verantwortliche Investitionen; Debatte um Landreform in Simbabwe; EU-Agrarpolitik: Positives von CAP; u.a.m.

Greenwashing – die Schaffung eines »grünen« Images für Unternehmen – ist in dem Maße, in dem der Neoliberalismus bis in die letzten Winkel unseres Planeten vordringt, immer stärker zum Handlungsfeld der großen Naturschutzorganisationen geworden. Ihre Kohabitation mit McDonalds, Nestlé, diversen Ölkonzernen und dem agroindustriellen Komplex wird gebetsmühlenartig damit begründet, dass man miteinander im Gespräch bleiben müsse, um etwas zu verändern. Der »World Wide Fund for Nature« spricht besonders gern mit Unternehmen des Agrobusiness.

»Peak Soil« lautet der Titel des 2009 erschienenen Buches von Thomas Fritz, der ersten umfassenderen Übersicht zum Thema »Land Grabbing« (Landnahme) in deutscher Sprache. Im folgenden noch ein Update zu diesem nach wie vor aktuellen Thema, das momentan zwischen Fukushima, Libyen und Landtagswahlen unterzugehen scheint.

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