Agrardebatte

zu Welternährung und globaler Landwirtschaft

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Von Uwe Hoering, Februar 2017: Vor einem Jahrzehnt schien es so, als würde ein ‚Schlafender Riese’ geweckt: Afrika habe das Potential, zum Brotkorb der Welt’ zu werden. Dafür wurde auf private Investoren gesetzt, die ein wirtschaftliches Interesse am Anbau von Nahrungsmitteln wie Reis hätten. Ernährungssicherheit und Armutsminderung schienen so mit kapitalistischer Agrarindustrie kongruent zu werden. Doch die meisten Länder in Afrika südlich der Sahara stehen heute genau da, wo sie vor zehn Jahren standen: Abhängig vom Weltmarkt und von globalen Konzernen. Und die Chance, die einheimische bäuerliche Landwirtschaft zu fördern, wurde vertan.

China’s Agricultural Investments in Africa; Nyéléni Declaration for Agroecology; “Them Belly Full (But We Hungry)“; Addressing Human Rights Impacts of ‘Land grabbing’; Europas Abhängigkeit von Fischimporten; World Bank Safeguards Policies and land use; Financialization in the Agrifood System; Rechtliche Regulierung von Agrarinvestitionen; Gericht hebt Privatisierungsverträge in Jakarta auf; u.a.m.

by Duncan Green, Oxfam, 20 February 2014: “People do not protest because they are hungry, but on the basis of powerful ideological justifications that arise from ideas about how food markets should work, the limits set by public opinion on the freedoms of (food) markets in times of scarcity or crises, and the idea that public authorities are responsible to act to protect people’s rights to food at such times.”

Die Angst vor »Brotrevolten« (Food Riots), die in den Jahren 2007/2008 die Welt erschütterten, scheint verflogen. Im Jahr 2009 reduzierten sich die Weltmarktpreise für Nahrungsmittel auf das Durchschnittsniveau von 2007, aber seit 2011 liegen sie sogar über dem Wert von 2008. Doch wo bleiben die massiven Proteste?
Während es keinen Zweifel darüber gibt, dass die Preisexplosion vor rund fünf Jahren zu den globalen „Brotrevolten“ führte, gehen die Meinungen über die Ursachen für die Preisexplosion weit auseinander. Angela Merkel verkündete im April 2008 öffentlich, dass die Menschen in Indien daran Schuld seien, denn dort nähmen neuerdings 300 Millionen Menschen eine zweite Mahlzeit am Tag ein.
Hier wird gezeigt, dass die Spekulation an den Rohstoffbörsen wesentlichen Anteil daran hat.

Vor zwei Jahren gab es in zahlreichen Ländern des Südens sogenannte Hungerrevolten (Food Riots). Sie erregten soviel Aufsehen, daß ihnen über einen längeren Zeitraum Platz in den Schlagzeilen der Weltpresse eingeräumt wurde. Wichtige Mainstream-Zeitungen und -Zeitschriften widmeten dem Thema wiederholt Beiträge. Ein gemeinsames Merkmal vieler dieser Berichte war die Hervorhebung des »chaotischen« und »gewalttätigen« Charakters der Proteste, ein Klischee, das bekanntlich nicht auf Food Riots beschränkt ist, sondern auch bei anderen Protesten zur Anwendung kommt.

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