Agrardebatte

zu Welternährung und globaler Landwirtschaft

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Von Uwe Hoering, Februar 2017: Vor einem Jahrzehnt schien es so, als würde ein ‚Schlafender Riese’ geweckt: Afrika habe das Potential, zum Brotkorb der Welt’ zu werden. Dafür wurde auf private Investoren gesetzt, die ein wirtschaftliches Interesse am Anbau von Nahrungsmitteln wie Reis hätten. Ernährungssicherheit und Armutsminderung schienen so mit kapitalistischer Agrarindustrie kongruent zu werden. Doch die meisten Länder in Afrika südlich der Sahara stehen heute genau da, wo sie vor zehn Jahren standen: Abhängig vom Weltmarkt und von globalen Konzernen. Und die Chance, die einheimische bäuerliche Landwirtschaft zu fördern, wurde vertan.

Rahmenbedingungen für Milchindustrie in Afrika; Europa-Parlament will die ‘New Alliance’ verbessern; Oktober 2016: Monsanto-Tribunal; Konzentrationswelle in der Agrarindustrie; Zunehmende Probleme in China durch Schwermetalle in Böden; Committee on World Food Security (CFS); Bioökonomie als Raubbau der Zukunft?; März 2017: Global Peasants Rights; u.a.m.

Europa stärkt den Widerstand gegen Gentech in Afrika; Kontroverses Konzept ‘Nachhaltige Intensivierung'; China importiert, Indien exportiert Wasser; Nachhaltige Entwicklung als Geschäftsmodell; ‘Partnerschaft’ von Regierung, Business und Bauern; Geopolitik mit Milch und Käse; Die G7-Ernährungsagenda – enttäuschend; Finanzindustrie verteidigt Nahrungsmittelspekulation; u.a.m.

Seit die ‘New Alliance for Food Security and Nutrition‘ 2012 von US-Präsident Barack Obama in Washington beim Treffen der G8 vorgestellt wurde, gibt es daran heftige Kritik. Sowohl entwicklungspolitische Organisationen als auch Bauernorganisationen in Afrika sehen darin lediglich einen Vorwand, um den Konzernen aus Agrar- und Ernährungsindustrie Marktzugänge und Investitionsmöglichkeiten zu erschließen. Die Broschüre “Ernährung für alle oder Profit für wenige?”, herausgegeben von Brot für die Welt, untersucht die Kooperationsvereinbarungen, die mit Regierungen und Unternehmen abgeschlossen wurden, und die wie ein Treibsatz die vielfältigen anderen Bestrebungen verstärken, eine agroindustrielle Modernisierung in Afrika voranzutreiben.

Im Vorfeld des diesjährigen Gipfeltreffens der Regierungen der USA, Großbritanniens, Japans, Frankreichs, Kanadas, Deutschlands und Italiens in Oberbayern Anfang Juni sind ein Reihe von Publikationen erschienen, die sich mit der Politik dieser G7 im Agrar- und Ernährungsbereich kritisch auseinandersetzen, besonders mit der New Alliance for Food Security and Nutrition (aka G8NA).

Wasser: ‘Erst kommt die Ernährung, dann die Industrie'; Land grabbing and political reactions ‘from below’; Neuer Beirat für die Reform der Ernährungssysteme; Selbsternannte Global Ocean Commission feiert sich; Global Pastoralist Knowledge Hub; Kurzanleitung der Weltbank, um Hunger und Armut zu beenden; EU-Handelsabkommen mit Afrika im Schatten von TTIP; Die Fischindustrie als “Männerclub”; u.a.m.

Wirtschaftswachstum durch Agrarkorridore; Ernährungssicherheit durch Wasserknappheit bedroht; Chinas Fischerei-Industrie rüstet in der Antarktis auf; Privatisierung der Wasserversorgung in Lagos; Aufbauhilfe für die Fischindustrie in Myanmar; Saatgut in Südasien, Afrika und Europa; Grüngürtel für die moderne Seidenstraße; Nomadische Tierhaltung “nützt der Menschheit”; u.a.m.

World Bank chief economist on inequality, wages, PPP; Der Krieg gegen die Subsistenz; Filmtage zum Recht auf Nahrung; Bonner Konferenz will die Globale Transformation; Sklaverei in Thailands Fischerei dauert an; Staudammprojekt bedroht Feuchtgebiete in Mali; Agrarkonzerne übernehmen Landwirtschaft der Ukraine; Transformation der Landwirtschaft in China durch Mechanisierung; u.a.m.

von Uwe Hoering, November 2014

In bester Manier der Kommunistischen Partei Chinas strukturiert Francesco Rampa, Leiter des Programms Ernährungssicherheit beim European Centre for Development Policy Management (ECDPM), seinen Blog-Beitrag über Ernährung in 4 Herausforderungen, 4 Chancen und 4 Ideen für die EU. Zwar äußert er hier seine persönliche Meinung. Doch der Beitrag zeigt sehr schön die Argumentation, wie gegenwärtig die Verschiebung der Diskussion weg von den Themen Hunger, Armut, Ernährungssicherheit und Verteilungsfragen hin zu ‚Ernährung’ das Einfallstor bietet für die Legitimation von Public-Private Partnerships – und für die Abdankung der Politik aus ihrer entwicklungspolitischen Verantwortung.

Wasser – nur gegen Cash; China: Landpolitik, Entwicklung und Reformdebatten; Wenig Transparenz bei German Food Partnership; Eine Million Hektar Land für indischen Milliardär; ‘Drachenköpfe’ für die chinesische Lebensmittelindustrie; Bechtel übernimmt Gabun; Nahrung-Rohstoffe-Energie-Nexus; World Farmers’ Organisation; u.a.m.

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