Agrardebatte

zu Welternährung und globaler Landwirtschaft

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Von Uwe Hoering, Februar 2017: Vor einem Jahrzehnt schien es so, als würde ein ‚Schlafender Riese’ geweckt: Afrika habe das Potential, zum Brotkorb der Welt’ zu werden. Dafür wurde auf private Investoren gesetzt, die ein wirtschaftliches Interesse am Anbau von Nahrungsmitteln wie Reis hätten. Ernährungssicherheit und Armutsminderung schienen so mit kapitalistischer Agrarindustrie kongruent zu werden. Doch die meisten Länder in Afrika südlich der Sahara stehen heute genau da, wo sie vor zehn Jahren standen: Abhängig vom Weltmarkt und von globalen Konzernen. Und die Chance, die einheimische bäuerliche Landwirtschaft zu fördern, wurde vertan.

Catch ‘em young! Nachwuchssorgen in der Landwirtschaft; Konzernkontrolle über Saatgut durch ‘Ranking'; Widerstand gegen Privatisierung erfolgreich; Heilongjiang wird Gentechnik-freie Provinz – jedenfalls vorerst; Peasant Studies: Explaining resistance and its absence; Challenging Shrinking Civic Space across Africa; Kambodschas Regierung setzt EU-Beobachter auf die ‘lange Bank'; FAO-Website zu Agrarökologie; u.a.m.

Africa Enterprise Challenge Fund (AECF); Blue Carbon: Ocean Grabbing in Disguise?; Recht auf Wasser und Entwicklungszusammenarbeit; “Gates-Stiftung gehört auf den Prüfstand”; The Italian water movement; 22. März 2016 World Water Day; ‘Gelbe Karte’ gegen Sklaverei in der Fischindustrie; Landgrab: “Big, big problem”; u.a.m.

Die „neuen Philanthropen“, wie sich die Milliardäre des 21. Jahrhunderts nennen, schaffen mit ihren Stiftungen unter Umgehung demokratischer Entscheidungsprozesse die Voraussetzungen für die Ausdehnung der Märkte transnationaler Konzerne. Verbrämt durch einen Diskurs der Armutsbekämpfung, fördern sie die Entstehung einer neuen agrarischen Mittelschicht im subsaharischen Afrika, die ausreichend zahlungskräftig ist, um sich die Segnungen einer neuen Grünen Revolution leisten zu können. Mangel an Demokratie ist eine wesentliche Voraussetzung dafür. Zwar behauptet die Grüne Revolution 2.0, dass sie die afrikanischen KleinbäuerInnen aus der Armutsfalle ziehen wolle, doch gerade diese profitieren nicht davon! Die eigentlichen Nutznießer des neuen landwirtschaftlichen Booms sind – wie Untersuchungen in Kenia und Sambia zeigen – reiche Städter, in der Mehrzahl Regierungsangestellte, die sich in die Landwirtschaft einkaufen.

Internationales Monsanto-Tribunal; German Food Partnership verliert Schirmherrn; Agrarökologische Landwirtschaft in Afrika; Wasserpolitik: “Privatisation does not make a big difference“; Menschenfreunde als Entwicklungsstrategen; Synthetic Biology and Climate Smart Agriculture; Die Krise der ärmsten Länder hält an; China: Small-scale farmers in the face of modernisation; u.a.m.

Europa stärkt den Widerstand gegen Gentech in Afrika; Kontroverses Konzept ‘Nachhaltige Intensivierung'; China importiert, Indien exportiert Wasser; Nachhaltige Entwicklung als Geschäftsmodell; ‘Partnerschaft’ von Regierung, Business und Bauern; Geopolitik mit Milch und Käse; Die G7-Ernährungsagenda – enttäuschend; Finanzindustrie verteidigt Nahrungsmittelspekulation; u.a.m.

Entwicklungshilfe für Landwirtschaft und Ernährung sinkt wieder; ‘Working Poor’ auf Plantagen; Global Bioeconomy Summit 2015; Chinas Fischerei-Flotte im Einsatz vor Westafrikas Küste; ‘Beschleunigtes Verfahren’ bei Mosambiks ProSavana-Projekt; Agriculture and Climate Change in Transition Economies; China’s ‘South-North Water Transfer Project’; Conflicts and governance in Chile’s water market; u.a.m.

Seit die ‘New Alliance for Food Security and Nutrition‘ 2012 von US-Präsident Barack Obama in Washington beim Treffen der G8 vorgestellt wurde, gibt es daran heftige Kritik. Sowohl entwicklungspolitische Organisationen als auch Bauernorganisationen in Afrika sehen darin lediglich einen Vorwand, um den Konzernen aus Agrar- und Ernährungsindustrie Marktzugänge und Investitionsmöglichkeiten zu erschließen. Die Broschüre “Ernährung für alle oder Profit für wenige?”, herausgegeben von Brot für die Welt, untersucht die Kooperationsvereinbarungen, die mit Regierungen und Unternehmen abgeschlossen wurden, und die wie ein Treibsatz die vielfältigen anderen Bestrebungen verstärken, eine agroindustrielle Modernisierung in Afrika voranzutreiben.

Im Vorfeld des diesjährigen Gipfeltreffens der Regierungen der USA, Großbritanniens, Japans, Frankreichs, Kanadas, Deutschlands und Italiens in Oberbayern Anfang Juni sind ein Reihe von Publikationen erschienen, die sich mit der Politik dieser G7 im Agrar- und Ernährungsbereich kritisch auseinandersetzen, besonders mit der New Alliance for Food Security and Nutrition (aka G8NA).

Wasser: ‘Erst kommt die Ernährung, dann die Industrie'; Land grabbing and political reactions ‘from below’; Neuer Beirat für die Reform der Ernährungssysteme; Selbsternannte Global Ocean Commission feiert sich; Global Pastoralist Knowledge Hub; Kurzanleitung der Weltbank, um Hunger und Armut zu beenden; EU-Handelsabkommen mit Afrika im Schatten von TTIP; Die Fischindustrie als “Männerclub”; u.a.m.

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