Agrardebatte

zu Welternährung und globaler Landwirtschaft

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Rahmenbedingungen für Milchindustrie in Afrika; Europa-Parlament will die ‘New Alliance’ verbessern; Oktober 2016: Monsanto-Tribunal; Konzentrationswelle in der Agrarindustrie; Zunehmende Probleme in China durch Schwermetalle in Böden; Committee on World Food Security (CFS); Bioökonomie als Raubbau der Zukunft?; März 2017: Global Peasants Rights; u.a.m.

Zum Jahreswechsel gehören die Rückblicke auf Ereignisse und Entwicklungen des vergangenen Jahres, die für wichtig erachtet werden, und der Versuch, vorausschauend mögliche Themen und Schwerpunkte zu benennen. Wie sieht das für Globe-spotting anlässlich des Jahreswechsels 2014 zu 2015 aus?

Innovative Ausbeutung im industriellen Reisanbau; Financial transformation of agro-food supply chains; Energy and Water in rural Africa; Lufthansa steigt in den Anbau von Energiepflanzen ein; Beschränkte Partnerschaften im Agrarbereich; Literaturübersicht: Frauen und Landwirtschaft; Food Movements in China and Germany; Bioökonomie und nachhaltige Entwicklung; u.a.m.

„Wissensbasierte Bioökonomie“ ist ein neues Schlagwort in den Politik-Werkstätten von Berlin bis Brüssel. Es umschreibt eine Strategie des endgültigen Durchgriffs der Industrie auf die Landwirtschaft. Präsentiert wird sie als zwingendes Gebot der Nachhaltigkeit und wissenschaftlichen Vernunft in Zeiten des Klimawandels und globalen Marktes. Agrarsprit und Gentechnik, „grüne Fabriken“ und Bio-Raffinerien, nachwachsende Rohstoffe und Spezialchemie vom Acker verweben sich zu einem Konzept radikal veränderter Landnutzung, in dem Bauern nur am Rande vorkommen und der Anbau traditioneller Lebensmittel als lästige Pflicht erscheint.

Was stellen Sie sich unter „Bioökonomie” vor? Vielleicht, wie Bioprodukte sich rechnen, oder die Wirtschaft „bio” wird oder das Leben seine eigene Ökonomie hat? Man rätselt was die neue Kreation uns sagen will und wer vor allem uns die Botschaft schickt. Bio heißt Leben, Oikos der Haushalt, soviel haben wir gelernt, klingt irgendwie schick, soll es wohl auch.  Neuerdings hat Deutschland einen Bioökonomie-Rat. Mit zwei Millionen Euro Taschengeld von Forschungsministerin Annette Schavan alimentiert, soll er „wissenschaftlich fundierte Analysen zur nachhaltigen Nutzung von Biomasse entwickeln und Vorschläge für eine nationale Innovationsstrategie machen.”  Wir sind enttäuscht: Alles eine Biomasse? Dann lesen wir die Mitgliederliste des Rates und sind noch enttäuschter: Ausschließlich hochkarärtige Technokraten und Manager aus Industrie und Wissenschaft mit grober Gentechnik-Schlagseite.

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