Agrardebatte

zu Welternährung und globaler Landwirtschaft

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Seit der Globe-spotting-Literaturübersicht Nr. 3/März 2011 haben sich eine Reihe von Publikationen, Studien und Texten angesammelt. Leider sind darunter nur wenige, die die Umsetzung der Agrarvorhaben untersuchen, beispielsweise als Vertragslandwirtschaft, und die Veränderungen und Auswirkungen für die lokalen Bevölkerungen oder die Antworten von Entwicklungs- und Bauernorganisationen, Zivilgesellschaft und sozialen Bewegungen analysieren. Man bekommt den Eindruck, dass aus der Kontroverse um Land grabbing und die Problematik großflächiger kommerzieller Investitionen in die Landwirtschaft etwas die Luft raus ist und sich eine gewisse Ratlosigkeit über die weitere Politik eingestellt hat.

Gestützt auf einen autoritativen Bericht der FAO wird vermittelt, dass die Behauptung, die gestiegene Nachfrage nach Nahrungsmitteln sei auf den wachsenden Wohlstand in China und Indien zurückzuführen, ein Mythos ist. Im Gegenteil: Wachsende Massenarmut senkt dort gesamthaft den Nahrungskonsum. Der globale Nahrungskonsum verlangsamt sich. Immer mehr Lebensmittel gehen in die Agrospritindustrie. Ein Gastbeitrag von der führenden indischen Ökonomin Jayati Ghosh.

Wenn Grundannahmen und Fragenhorizonte sich verschieben, spricht man gemeinhin von einem Paradigmenwechsel. Einen solchen erleben wir gegenwärtig zweifellos in der internationalen Agrardebatte. Der sollte freilich nicht leichtfertig verwechselt werden mit einer Wende zum Guten.

Der breiten Kritik am Land grabbing halten Befürworter der neuen, großflächigen Agrarinvestitionen „Chancen“ wie Vertragslandwirtschaft und Arbeitsplätze entgegen. Doch die wirklichen Chancen liegen möglicherweise dort, wo sie gar nicht vermutet werden. Ein Kommentar

Der britische Gentechnik-Befürworter Paul Collier degradiert globale politische Bewegungen wie La Via Campesina, die Autoren des Weltagrarberichts und den UN-Soderberichterstatter Olivier de Schutter zum Fußvolk aristokratischer Umweltromantiker wie Prinz Charles, den er zum Anführer der Biobauern der Welt erklärt. Dies ist einer der besonders ärgerlichen Aspekte von Colliers Buch “Der hungrige Planet”, dessen weitestgehend positive Rezeption durch Medien wie den Deutschlandfunk bedenklich erscheint.

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