Agrardebatte

zu Welternährung und globaler Landwirtschaft

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Aufmerksam beobachten die Gurus der globalen Agrarbörsen die landwirtschaftliche Produktion in China. Denn was die 200 Millionen Bauern an Getreide und anderen Produkten liefern, hat Auswirkungen auf die Weltmärkte. Und damit auf Preisentwicklung und Nahrungsmittelspekulation. Daher weckt es Hoffnungen auf Gewinn, wenn ein führender Funktionär der Kommunistischen Partei vor der schwindenden Ernährungssicherheit des Landes, der Selbstversorgung mit Grundnahrungsmitteln, warnt.

Die Angst vor »Brotrevolten« (Food Riots), die in den Jahren 2007/2008 die Welt erschütterten, scheint verflogen. Im Jahr 2009 reduzierten sich die Weltmarktpreise für Nahrungsmittel auf das Durchschnittsniveau von 2007, aber seit 2011 liegen sie sogar über dem Wert von 2008. Doch wo bleiben die massiven Proteste?
Während es keinen Zweifel darüber gibt, dass die Preisexplosion vor rund fünf Jahren zu den globalen „Brotrevolten“ führte, gehen die Meinungen über die Ursachen für die Preisexplosion weit auseinander. Angela Merkel verkündete im April 2008 öffentlich, dass die Menschen in Indien daran Schuld seien, denn dort nähmen neuerdings 300 Millionen Menschen eine zweite Mahlzeit am Tag ein.
Hier wird gezeigt, dass die Spekulation an den Rohstoffbörsen wesentlichen Anteil daran hat.

Im Juni fand erstmals ein Treffen der Agrarminister der G20, der Gruppe der wichtigsten Industrie- und Schwellenländer statt. Zahlreiche Fragen, wie die problematische Ernährungssituation verbessert werden könnte, wurden angesprochen, wie Sophia Murphy om Institute for Agriculture and Trade Policy berichtet, Entscheidungen jedoch vertagt.

Stolz verkündete die Weltbank vor drei Wochen, dass sie einen neuen Weg gefunden habe, „wie sich Bauern, Nahrungsmittelerzeuger und Verbraucher selbst gegen die Preisschwankungen für Nahrungsmittel schützen können“. Das macht neugierig. Ein Kommentar von Uwe Hoering

Wird 2011 ein neues Hungerjahr? Die Preisexplosion der letzten Monate und andere Faktoren legen dies nahe. Noch bleibt der Reispreis stabil, sind die Vorräte höher als 2008 und möglicherweise haben die Regierungen tatsächlich aus der letzten Katastrophe gelernt.

Freuen Sie sich über steigende Preise? Wer auf höhere Nahrungsmittelpreise spekuliert, dem winken dicke Gewinnchancen, verspricht die Deutsche Bank als die Nahrungsmittelkrise vor zwei Jahren 100 Millionen Menschen in den Hunger treibt.

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