Agrardebatte

zu Welternährung und globaler Landwirtschaft

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Zulieferer und Verbraucher gehören zu den Opfern wirtschaftlicher Konzentrationsprozesse im Ernährungsbereich. Preisdruck und Qualitätsschwund sind nur zwei der Folgen. Mit wachsender Marktmacht bestimmen die Konzerne auch zunehmend die Spielregeln unseres Zusammenlebens – zu Lasten von Umwelt, Gesundheit und Demokratie. Einen Eindruck von Tempo und Umfang der heutigen Konzentrationsprozesse erhält man durch einen Blick auf den Bayer-Konzern. Als er 2002 Aventis Crop Science für sechs Milliarden Euro übernahm, sprach die Coordination gegen Bayer-Gefahren vom größten Deal in der Unternehmensgeschichte und verwies darauf, dass es Ende der 1960er Jahre noch 40 „große“ Firmen im Pestizid- und Saatgutsektor gab. Mit dem Kauf von Monsanto hat der größte Deal in Bayers Unternehmensgeschichte nunmehr ein Volumen von 66 Milliarden Euro und über 70% des globalen Pestizid- und Saatgutmarkst wird von 4 bzw. 5 Unternehmen kontrolliert.

Der europäische Phosphorzyklus könnte vollständig geschlossen werden, wenn die importierten chemischen Phosphatdünger komplett gegen biologische und recyclte chemische Phosphordünger ersetzt würden. Damit stiege die Wasserqualität in Europa und viele andere Probleme wären gelöst. Doch um das zu erreichen, müsste das Diktat der »Marktkräfte« überwunden werden.

„Sauerei!“ hätte ein gutes Buch werden können. Es ist flüssig geschrieben, wenngleich etwas distanzlos-kumpelhaft, aber das trifft sicher den Nerv vieler Leserinnen und Leser. Und der Verfasser ist ein echter Insider. Aber „Sauerei“ ist im besten Fall ein ärgerliches Buch, eher aber ein gefährliches. Das Buch charakterisiert detailreich die Krise der deutschen und europäischen Landwirtschaft, um dann den Popanz des „Verbrauchers“ aufzubauen, der an der Misere des Landwirts schuld sei und in dessen Macht es läge, daran etwas zu ändern. Das soll uns nicht von verantwortungsvollem Verbrauch freisprechen. Doch um ökonomische Zusammenhänge geht es dem Autoren nicht, sondern vielmehr darum, mit Anekdoten eine scheinbare Glaubwürdigkeit zu erzeugen, die sich dann hoffentlich auf die von ihm verfolgte pro-agrarindustrielle Agenda überträgt.

The State of the World’s Animal Genetic Resources; ChemChina bietet 43 Milliarden für Syngenta; Der kritische Agrarbericht 2016; Weltbank hofft auf Durchbruch bei PPP-Projekten im Wasserbereich; Plotting the course: COP21 and agriculture; First World Ocean Assessment; Enabling the Business of Agriculture 2016; Biotechnologien für Kleinbauern; u.a.m.

Das Verhältnis zwischen agrochemischer Industrie, landwirtschaftlichen Produzenten und Verbrauchern wirft nicht nur ein Schlaglicht auf den Zustand unserer Landwirtschaft, sondern auch auf den unserer Demokratie. Das lässt sich anhand des Streits um die weitere Genehmigung des Wirkstoffs Glyphosat, auch Bestandteil des Breitband-Unkrautvernichtungsmittels »Roundup«, zeigen, von dem bereits vor fünf Jahren bei einem Jahresumsatz von knapp 4 Milliarden US-Dollar etwa 610.000 Tonnen weltweit eingesetzt wurden.

by Uwe Hoering, January 2016: In October 2013, Xi Jinping, head of China’s government and communist party, announced the initiative “One Belt, One Road”: With the “New Silk Road”, transport and trade routes between China, Central Asia and Eastern Europe are to be expanded and a network of roads, railway lines and pipelines in the region to be build. This would become a kind of backbone for “Economic Corridors”. Besides opening up new trade routes that would make China more independent from maritime shipping routes and better access to existing and new markets, the initiative also aims at access to oil, gas and other natural resources – including land and water.

Afrique-Europe-Interact; WTO ohne Entwicklungsagenda; The Clever Ambiguity of “Climate Smart Agriculture”; Mobilization in the Brazilian countryside; Investoren bestimmen Umsetzung des Rechts auf Land; CO2 im Meer versenken und damit Armen helfen; China: Rural Labor in Transition; Water services back under public control; u.a.m.

Am 12. November veröffentlichte die Europäische Agentur für Lebensmittelsicherheit (EFSA) ihre Schlussfolgerung zur Bewertung des Herbizidwirkstoffs Glyphosat, der von der WHO-Agentur für Krebsforschung (IARC) als “wahrscheinlich krebserregend beim Menschen” eingestuft wurde, was eine weitere Genehmigung dieses Wirkstoffs in Europa mit größter Wahrscheinlichkeit ausgeschlossen hätte, wenn die EFSA sich dieser wissenschaftlich fundierten Bewertung angeschlossen hätte – hat sie aber nicht. Anfang Dezember 2015 wurde der entscheidende Teil der EFSA-Schlussfolgerungen, jene zu den Krebsstudien an Labormäusen, einer kritische Analyse unterzogen. Zu diesem 10-seitigen englischsprachigen Dokument gibt es jetzt eine deutsche Zusammenfassung.

Die „neuen Philanthropen“, wie sich die Milliardäre des 21. Jahrhunderts nennen, schaffen mit ihren Stiftungen unter Umgehung demokratischer Entscheidungsprozesse die Voraussetzungen für die Ausdehnung der Märkte transnationaler Konzerne. Verbrämt durch einen Diskurs der Armutsbekämpfung, fördern sie die Entstehung einer neuen agrarischen Mittelschicht im subsaharischen Afrika, die ausreichend zahlungskräftig ist, um sich die Segnungen einer neuen Grünen Revolution leisten zu können. Mangel an Demokratie ist eine wesentliche Voraussetzung dafür. Zwar behauptet die Grüne Revolution 2.0, dass sie die afrikanischen KleinbäuerInnen aus der Armutsfalle ziehen wolle, doch gerade diese profitieren nicht davon! Die eigentlichen Nutznießer des neuen landwirtschaftlichen Booms sind – wie Untersuchungen in Kenia und Sambia zeigen – reiche Städter, in der Mehrzahl Regierungsangestellte, die sich in die Landwirtschaft einkaufen.

Internationales Monsanto-Tribunal; German Food Partnership verliert Schirmherrn; Agrarökologische Landwirtschaft in Afrika; Wasserpolitik: “Privatisation does not make a big difference“; Menschenfreunde als Entwicklungsstrategen; Synthetic Biology and Climate Smart Agriculture; Die Krise der ärmsten Länder hält an; China: Small-scale farmers in the face of modernisation; u.a.m.

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