Agrardebatte

zu Welternährung und globaler Landwirtschaft

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Bei Mastfabriken gibt es eine Besonderheit, die sie von anderen Investitionen unterscheidet: In kaum einer anderen Branche dürfte der lokale Widerstand gegen Direktinvestitionen so häufig anzutreffen sein wie hier. Die mit dem Angebot der „Schaffung von Arbeitsplätzen“ Beglückten erkennen sehr bald und oftmals rechtzeitig bevor es überhaupt zur Investition kommt, dass mit den wenigen entstehenden Arbeitsplätzen erhebliche Probleme für Umwelt und Gesundheit verbunden sind. Es überrascht dann kaum, dass sich die „Schaffung von Arbeitsplätzen“ zudem als Mogelpackung entpuppt. Wir werfen einen Blick auf Schweinemastanlagen in Ostdeutschland, Polen und Litauen.

Seit der Globe-spotting-Literaturübersicht Nr. 3/März 2011 haben sich eine Reihe von Publikationen, Studien und Texten angesammelt. Leider sind darunter nur wenige, die die Umsetzung der Agrarvorhaben untersuchen, beispielsweise als Vertragslandwirtschaft, und die Veränderungen und Auswirkungen für die lokalen Bevölkerungen oder die Antworten von Entwicklungs- und Bauernorganisationen, Zivilgesellschaft und sozialen Bewegungen analysieren. Man bekommt den Eindruck, dass aus der Kontroverse um Land grabbing und die Problematik großflächiger kommerzieller Investitionen in die Landwirtschaft etwas die Luft raus ist und sich eine gewisse Ratlosigkeit über die weitere Politik eingestellt hat.

Der breiten Kritik am Land grabbing halten Befürworter der neuen, großflächigen Agrarinvestitionen „Chancen“ wie Vertragslandwirtschaft und Arbeitsplätze entgegen. Doch die wirklichen Chancen liegen möglicherweise dort, wo sie gar nicht vermutet werden. Ein Kommentar

Keine drei Jahre, nachdem GRAIN mit seinem Bericht „Land grab!“ auf das Thema aufmerksam gemacht hat, ist die großflächige kommerzielle Landnahme fest in der politischen Diskussion verankert. Immer neue Fälle werden bekannt, immer weitere Aspekte aufgerollt. Auch der Widerstand gegen einzelne Vorhaben und die Strategien, wie Politik, Bauernorganisationen und Zivilgesellschaft auf die Risiken und Gefahren antworten können, entwickeln sich. Insgesamt werden die Lage, die Themen und die Diskussion immer vielfältiger, aber auch unübersichtlicher. Deshalb ein weiteres globe-spotting-Update

Die aktuellen Auseinandersetzungen um die Einführung gentechnisch veränderter Auberginen (Bt-brinjal) haben ihren Vorläufer in der Kampagne gegen die Einführung von Bt-Baumwolle durch den US-amerikanischen Konzern Monsanto Ende der 1990er Jahre, die gleichzeitig eine wichtige Mobilisierung gegen neoliberal inspirierte Modernisierungsstrategien im Agrarbereich war. Ihre Massenbasis hatte sie durch Karnataka Raiya Ryota Sangh, KRSS, eine der sogenannten “neuen Bauernbewegungen”.

Die Veröffentlichungen über Land grabbing, also über die Verpachtung oder den Verkauf von großen Ländereien an Investoren und Spekulanten, sind inzwischen so unübersichtlich geworden wie die Landnahmeverträge und -vereinbarungen selbst – ein Versuch, sie ein wenig zu sortieren.

Dies sei ein „historischer Tag“, jubeln Vertreter der seit zehn Jahren andauernden Kampagne, dass Wasser als Menschenrecht anerkannt wird. Die Verabschiedung einer entsprechenden Resolution durch die UN-Generalversammlung ist sicherlich ein Erfolg – und eine Gelegenheit, ein kleines Resümee zu ziehen über die Auseinandersetzungen um die Privatisierungspolitik im Wasserbereich seit Mitte der 1990er Jahre. Ein Kommentar

Schon mal einen interkulturellen Garten gesehen? Allein in Berlin gibt es mittlerweile 20 davon, deutschlandweit wird das Netzwerk interkultureller Gärten demnächst sein 100. Mitglied begrüssen. In einem Satz gesagt bewirtschaften hier Mitglieder unterschiedlicher Kulturen gemeinsam einen Garten und kommen sich so praktisch und vielfältig näher, mehren ihren materiellen wie kulturellen Wohlstand und ihre Genüsse, erweitern den gärtnerischen wie geistigen Horizont und sind darauf dann gemeinsam stolz. Die Stiftung Interkultur fördert deren Aufbau und Vernetzung, sorgt auch dafür, dass solches Treiben jenseits der Gärten schon mal “kosmopolitan und transkulturell” genannt wird und hat für alle, die sich dem erdigen Subjekt erst mal virtuell nähern wollen, eine tolle Webseite gebaut.

Was macht eine schwarzbunte Kuh mittags auf dem Eis vor dem Hambuger Rathaus mit ihrem Bauern? Die beiden sind mal wieder gegen Gentechnik. Drinnen beschloss eine ganz grosse Koalition aus CDU und GAL, SPD und Linken in einem gemeinsamen Antrag ein gentechnikfreies Hamburg.

“Bt-Brinjal”, eine Gentechnik-Aubergine aus dem Hause Monsanto sollte die Tür zur Gentechnik-Landwirtschaft in Indien aufstossen. Doch fürs erste, so verkündete heute der indische Umweltminister Jairam Ramesh nach heftigen Auseinandersetzungen im ganzen Lande, bleibt diese Türe geschlossen: “Die Öffentlichkeit ist dagegen. Es ist meine Pflicht, eine vorsichtige, vorsorgende und prinzipienfeste Herangehensweise zu garantieren,” sagte er heute und verkündete stattdessen ein Moratorium, um weitere Tests und einen breiteren gesellschaftlichen Konsens in der Frage zu ermöglichen.

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