Agrardebatte

zu Welternährung und globaler Landwirtschaft

Steigbügelhalter für Geschäfte mit Düngemitteln; Landwirtschaft und Urbanisierung; Mit ‘Social Engineering‘ zu höherem Gewinn; Zivilgesellschaft und nachhaltige Landwirtschaft in China; Koalition gegen Nachernteverluste; Agrarenergie-Projekt in Senegal auf der Kippe; Welternährungstag setzt auf soziale Sicherheit; Werbung für Gentechnologie mit Miss Uganda; Green Growth in Fisheries and Aquaculture; u.a.m.

Mit der Einstufung von Glyphosat als “wahscheinlich krebserregend beim Menschen” durch die WHO-Krebsagentur IARC im März diesen Jahres ist eine brisante Kontroverse entstanden, denn das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) kam zu einer gegenteiligen Einschätzung. Es war in der EU für die Glyphosat-Bewertung im Rahmen der Wiederzulassung zuständig und beharrt bislang auf seinem Urteil “kein Hinweis auf krebserregende Wirkung”. Obwohl das BfR versichert, “vollumfänglich eine eigenständige Bewertung” durchgeführt zu haben, muss es sich den Vorwurf gefallen lassen, bestimmte mathematisch-statistischen Auswertungsmethoden der Industrie, die nicht mehr dem aktuellen Standard entsprechen, einfach übernommen zu haben. Ferner hat das BfR mögliche Wirkungsmechanismen für die Verursachung von Krebs offenbar nicht berücksichtigt.

Europa stärkt den Widerstand gegen Gentech in Afrika; Kontroverses Konzept ‘Nachhaltige Intensivierung'; China importiert, Indien exportiert Wasser; Nachhaltige Entwicklung als Geschäftsmodell; ‘Partnerschaft’ von Regierung, Business und Bauern; Geopolitik mit Milch und Käse; Die G7-Ernährungsagenda – enttäuschend; Finanzindustrie verteidigt Nahrungsmittelspekulation; u.a.m.

Private Infrastrukturfinanzierung teuer und riskant; Saatgutkonzerne erringen Sieg durch die Hintertür; Strategien gegen ‘stillen Hunger'; Crowdfunding für Bildungsarbeit gegen Gentechnik; “Success stories” – eine Literaturliste; China and Brazil in African Agriculture; Der Traum vom Freihandel in Afrika – nächster Anlauf; ‘Frankenfish‘ sucht Laichplätze in Panama; u.a.m.

Ohne Zugang zu Land keine Ernährungssouveränität; EU-Parlament warnt vor Landkonzentration in Europa; Günstige Prognose für die Saatgutindustrie; Räder sollen rollen für Chinas Fleischindustrie; How to advance food sovereignty; Stichwort: System of Rice Intensification; Agricultural commercialisation in regional contexts; “Nachhaltige Intensivierung” verspricht zu viel; Gullydeckel für die vergessenen Wasser-Helden; u.a.

Entwicklungshilfe für Landwirtschaft und Ernährung sinkt wieder; ‘Working Poor’ auf Plantagen; Global Bioeconomy Summit 2015; Chinas Fischerei-Flotte im Einsatz vor Westafrikas Küste; ‘Beschleunigtes Verfahren’ bei Mosambiks ProSavana-Projekt; Agriculture and Climate Change in Transition Economies; China’s ‘South-North Water Transfer Project’; Conflicts and governance in Chile’s water market; u.a.m.

Seit die ‘New Alliance for Food Security and Nutrition‘ 2012 von US-Präsident Barack Obama in Washington beim Treffen der G8 vorgestellt wurde, gibt es daran heftige Kritik. Sowohl entwicklungspolitische Organisationen als auch Bauernorganisationen in Afrika sehen darin lediglich einen Vorwand, um den Konzernen aus Agrar- und Ernährungsindustrie Marktzugänge und Investitionsmöglichkeiten zu erschließen. Die Broschüre “Ernährung für alle oder Profit für wenige?”, herausgegeben von Brot für die Welt, untersucht die Kooperationsvereinbarungen, die mit Regierungen und Unternehmen abgeschlossen wurden, und die wie ein Treibsatz die vielfältigen anderen Bestrebungen verstärken, eine agroindustrielle Modernisierung in Afrika voranzutreiben.

Im Vorfeld des diesjährigen Gipfeltreffens der Regierungen der USA, Großbritanniens, Japans, Frankreichs, Kanadas, Deutschlands und Italiens in Oberbayern Anfang Juni sind ein Reihe von Publikationen erschienen, die sich mit der Politik dieser G7 im Agrar- und Ernährungsbereich kritisch auseinandersetzen, besonders mit der New Alliance for Food Security and Nutrition (aka G8NA).

Die Verabschiedung der freiwilligen Leitlinien der FAO (Voluntary Guidelines on the Responsible Governance of Land, Fisheries and Forests in the Context of National Food Security) im Jahr 2012 wird als großer Erfolg betrachtet. Doch Landgrabbing erschöpft sich nicht mit Kauf oder Pacht großer Landflächen. In Afrika gibt es subtilere Formen von Landgrabbing, insbesondere durch das dort geförderte Modell agrarindustrieller Produktion.

Wenn sich am 7. und 8. Juni die Staats- und Regierungschefs der G-7-Länder auf Schloss Elmau in Oberbayern treffen, wird auch die Gestaltung von Handels- und Lieferketten ein Gesprächsthema sein. Diese Strukturen werden gern als Wertschöpfungsketten bezeichnet, was suggeriert, dass alle Beteiligten etwas abbekommen. Besonders jene Prozesse, die unsere Ernährung berühren, spielen eine wichtige Rolle. Unter dem Titel »Wer hat die Macht?« wurde anlässlich des G-7-Gipfels eine Studie des Fair Trade Advocacy Office Brüssel zu Machtkonzentration und unlauteren Handelspraktiken in diesen Wertschöpfungsketten vorgelegt.