‘Agrar-Kolonialismus’ jetzt als pdf-Datei
Das Buch “Agrar-Kolonialismus in Afrika. Eine andere Landwirtschaft ist möglich” von Uwe Hoering, erschienen 2007 im VSA-Verlag, Hamburg, ist jetzt als pdf-Datei (0,9 MB) erhältlich.
Das Buch “Agrar-Kolonialismus in Afrika. Eine andere Landwirtschaft ist möglich” von Uwe Hoering, erschienen 2007 im VSA-Verlag, Hamburg, ist jetzt als pdf-Datei (0,9 MB) erhältlich.
Wachsender Fleischkonsum zeigt den zunehmenden Wohlstand in China, doch die ländlichen Familienbetriebe profitieren davon kaum: ihre kleinbäuerliche Tierhaltung wird zunehmend durch industrielle Fleischproduktion verdrängt, das Futter wird überwiegend importiert, zum Beispiel als Gensoja aus Brasilien.
Zum Jahreswechsel gehören die Rückblicke auf Ereignisse des vergangenen Jahres, die für wichtig erachtet werden, und der Versuch, vorausschauend mögliche Ereignisse und Entwicklungen zu benennen. Wie sieht das für die Globe-spotting-Themen aus?
Gestützt auf einen autoritativen Bericht der FAO wird vermittelt, dass die Behauptung, die gestiegene Nachfrage nach Nahrungsmitteln sei auf den wachsenden Wohlstand in China und Indien zurückzuführen, ein Mythos ist. Im Gegenteil: Wachsende Massenarmut senkt dort gesamthaft den Nahrungskonsum. Der globale Nahrungskonsum verlangsamt sich. Immer mehr Lebensmittel gehen in die Agrospritindustrie. Ein Gastbeitrag von der führenden indischen Ökonomin Jayati Ghosh.
Als Antwort auf Ernährungskrise, Hunger und Klimawandel propagieren Institutionen wie die Weltbank und die FAO eine „Klima-smarte Landwirtschaft“. Sie soll Ernährungssicherheit bringen, die Landwirtschaft auf die Auswirkungen der Klimaveränderungen vorbereiten und gleichzeitig dazu beitragen, den Klimawandel zu bremsen. Ein „dreifacher Gewinn“ also, wie die Weltbank verspricht – doch die Gewinner könnten am Ende weder das Klima noch die Bauern, sondern die Agrarindustrie sein.
Wenn Grundannahmen und Fragenhorizonte sich verschieben, spricht man gemeinhin von einem Paradigmenwechsel. Einen solchen erleben wir gegenwärtig zweifellos in der internationalen Agrardebatte. Der sollte freilich nicht leichtfertig verwechselt werden mit einer Wende zum Guten.
Der Bericht über den Zustand von Böden, Wasser und biologischer Vielfalt, den die UN-Organisation für Ernährung und Landwirtschaft Ende November vorgelegt hat, bestätigt die schlimmsten Befürchtungen: die Landwirtschaft arbeitet in vielen Regionen am Limit der natürlichen Ressourcen, in manchen sogar darüber hinaus. Als Ausweg aus dem Land- und Wassermangel empfiehlt die FAO eine “nachhaltige Intensivierung”.
Das aktuelle Heft 124 der Zeitschrift PERIPHERIE hat den Themenschwerpunkt ‘Land – Konflikt, Politik, Profit’ mit Analysen, Fallstudien und einem Stichwort (pdf-Datei 544 kb) zu ‘Land Grabbing’
Wenn im Juni 2012 in Rio de Janeiro die Umweltminister, Staats- und Regierungschefs zum Gipfel Rio+20 auflaufen, gibt es wenig zu feiern. In Rio stehen viele der brennenden Themen und Fragen nicht auf der Tagesordnung. In Rio werden keine Weichen gestellt und keine wichtigen Entscheidungen fallen. Und für die Zivilgesellschaft ist in Rio kein Blumentopf zu gewinnen. Deshalb wäre es besser, Rio+20 zu boykottieren.
Vor kurzem begrüßte der zuständige UN-Sonderberichterstatter, dass Mexiko dem Recht auf Nahrung Verfassungsrang eingeräumt hat. Es stellt sich jedoch die Frage, ob die verfassungsmäßige Anerkennung dieses Rechts nicht nur eine weitere Inszenierung im Rahmen von Mexikos simulierter Demokratie darstellt, ähnlich wie bei anderen völkerrechtlichen Abkommen. In einer kürzlich veröffentlichten Analyse wurde das nordamerikanische Freihandelsabkommen (NAFTA) als wesentlicher Grund für den in Mexiko herrschenden Hunger identifiziert: Ende 2010 lebten 20 Millionen Einwohner Mexikos in “Ernährungsarmut”, einem Zustand, bei dem die betroffenen Personen sich nicht leisten können, eine ausreichende Menge an Grundnahrungsmitteln zu kaufen.