Agrardebatte

zu Welternährung und globaler Landwirtschaft

Für Hamburger werden Wälder abgebrannt, für Fischstäbchen die Weltmeere leergefischt, für Aquakulturen Mangrovenwälder vernichtet. Die industrielle Produktion von Fleisch und Fisch frisst sich nicht nur wie ein Krebsgeschwür durch die natürliche Umwelt, sondern diktiert zunehmend weltweit die Produktionsbedingungen für Landwirtschaft und Tierhaltung – viele Gründe für einen eigenen Themenschwerpunkt auf globe-spotting.de: Fish & Ribs

Die Studie “Resource Revolution”, die im November vergangenen Jahres erschienen ist, hat seither viel Aufmerksamkeit erhalten, und das nicht nur, weil sie “erschreckender Lesestoff” ist, wie ein Kommentator schrieb. Die weltweit operierende Beratungsfirma McKinsey, die die Studie vorlegte, hat einigen Einfluss auf Denken und Handeln in Politik und Wirtschaft.

Die Bank hat angekündigt, bei der UN-Konferenz Nachhaltige Entwicklung aka Rio+20 im Juni in Brasilien neue Initiativen zu Ozeanen und zur Inwertsetzung von Umweltdienstleistungen vorzustellen, wird jedoch von zivilgesellschaftlichen Organisationen wegen ihres Ansatzes von ‘Grünem Wachstum’ angegriffen. Ein Blog-Beitrag des Bretton Woods Projekts:

Nicht weniger als einen “dreifachen Gewinn” versprechen Institutionen wie Weltbank und FAO mit der ‘Klima-smarten Landwirtschaft’: für die Bauern, die Ernährungssicherheit und für das Klima. Doch der Vorstoß spielt vor allem der Agrarindustrie in die Hände. Ein Beitrag für den Rundbrief 1/2012 des Forum Umwelt&Entwicklung.

Greenwashing – die Schaffung eines »grünen« Images für Unternehmen – ist in dem Maße, in dem der Neoliberalismus bis in die letzten Winkel unseres Planeten vordringt, immer stärker zum Handlungsfeld der großen Naturschutzorganisationen geworden. Ihre Kohabitation mit McDonalds, Nestlé, diversen Ölkonzernen und dem agroindustriellen Komplex wird gebetsmühlenartig damit begründet, dass man miteinander im Gespräch bleiben müsse, um etwas zu verändern. Der »World Wide Fund for Nature« spricht besonders gern mit Unternehmen des Agrobusiness.

Finanzspekulation, Industrieansiedlungen und wuchernde Städte bedrohen fruchtbare Böden, Seen und Flüsse. Allerdings geraten Land- und Wasserressourcen auch immer stärker unter die Räder der Agrarindustrie. Ein Beitrag für die aktuelle Ausgabe von politische ökologie 128.

Den Ansätzen für eine “andere” Landwirtschaft, wie sie beispielsweise der Weltagrarrat vorgeschlägt, wird durch die von multilateralen Institutionen, US-amerikanischen Stiftungen und zahlreichen, auch europäischen Regierungen verfolgte Agrarstrategie der Boden entzogen: Sie setzen auf eine vorrangig auf externen Inputs beruhende Erzeugung agrarischer Massenprodukte und auf die Einbindung in den globalen Wettbewerbsmarkt. Dabei bereiten sie für die Agrarindustrie und die globalen Supermarktketten neue Märkte auf. Diese bestimmen zunehmend, wie Nahrungsmittel erzeugt, verarbeitet und vermarktet werden. Ein Beitrag aus: Petra Gruber (Hrsg.), Wie wir überleben! Ernährung und Energie in Zeiten des Klimawandels.

Freihandel als ökologische und moralische Verpflichtung

Mit der Ankündigung, er werde „schwierige“ und „unangenehme Fragen“ behandeln, schürte WTO-Generaldirektor Pascal Lamy die Spannung auf seine Rede bei einer Konferenz der Zeitschrift The Economist in Genf. Bei dem Treffen „Feeding the World“ Anfang Februar machten sich führende Manager aus Lebensmittel- und Agrarindustrie Gedanken darüber, wie die Welt und neun Milliarden Menschen ernährt werden können.

Das Bundesministerium für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) hat seine Position zum Thema Land Grabbing neu formuliert. Wird damit dem globalen Landraub der Kampf angesagt? Drei kritische Fragen des FIAN-Agrarexperten Roman Herre

Das Buch “Agrar-Kolonialismus in Afrika. Eine andere Landwirtschaft ist möglich” von Uwe Hoering, erschienen 2007 im VSA-Verlag, Hamburg, ist jetzt als pdf-Datei (0,9 MB) erhältlich.